Christian Ragger: "Mir tun die Patienten leid!"

Zuviel Klassenkampf-Ideologie und Manipulation, zu wenig Vernunft im Ärztekonflikt

Klagenfurt (OTS) - "Im Konflikt um die Ärztegehälter gibt es viel zu viel rote Klassenkampf-Ideologie und Manipulation mit Zahlen als Sachverstand und Vernunft", kritisiert der Obmann der Kärntner Freiheitlichen LR Mag. Christian Ragger. "LH Dr. Peter Kaiser und LhStv. Dr. Beate Prettner haben nicht korrekt verhandelt. Die Zahlen, die sie in der Öffentlichkeit präsentiert haben, sind falsch", betont er.
In Wahrheit sei den Ärzten keine Erhöhung von 15 % angeboten worden, sondern nur von 3,75 %. Für die angeblichen jährlichen Mehrkosten von 13,75 Mio Euro fehle jeder Beleg. "Kaiser wollte offenbar gar keine Einigung, weil er nicht bereit war, die rechnerischen Grundlagen für diese Summe vorzulegen. Noch nie wurden in Österreich Lohnverhandlungen in dieser arroganten Form geführt. Es ist üblich, dass solche Berechnungen gemeinsam abgeklärt werden. Dies wurde den Ärzten verweigert", bemängelt Ragger.
Er sieht eine Mitschuld dafür auch bei KABEG-Vorstand Arnold Gabriel. "Er sollte eigentlich korrekte Grundlagen liefern. In der Causa agiert er aber als beinharter roter Ideologe und nicht als Manager mit Sachverstand. Das ist das Ergebnis davon, dass Rot-Grün den Vorstandsposten parteipolitisch besetzt haben", stellt Ragger fest. Es wäre die Aufgabe Gabriels aufzuklären, was es bedeutet, wenn die Ärzte nur mehr Dienst nach der neuen Arbeitszeit-Vorschrift machen. "Von täglich 170 Patienten, die derzeit im Schnitt pro Tag im Klinikum Klagenfurt aufgenommen werden, müssten dann 100 wieder nach Hause geschickt werden, weil die ärztlichen Ressourcen fehlen. Nur mehr die dringlichsten Fälle können behandelt werden. Viele wichtige Spezialambulanzen können nicht mehr besetzt werden. Wöchentlich können Dutzende Operationen nicht mehr durchgeführt werden. Das wäre ein Super-GAU für uns Gesundheitssystem", warnt Ragger.
Es sei daher unverantwortlich, wenn der Konflikt jetzt auf "Klassenkampf-Niveau ausgetragen werde. Die SPÖ-Strategie, die Bevölkerung mit falschen Zahlen gegen die Ärzte aufzuhetzen, sei desaströs. "Mir tun die Patienten leid!"
Ragger fordert eine Rückkehr zur Sachlichkeit. Selbstverständlich müsse man überzogene Forderungen der Ärzte zurückweisen. Aber es sei einmal zu klären, was berechtigt und was u.U. überzogen sei. "Wenn die Steiermark und Salzburg die Grundgehälter ab 2015 um 18 % anheben, dann wird man in Kärnten nicht nur 3,75 % bieten können. Ragger nimmt nur einen Vergleich bei Turnusärzten: In Vorarlberg bekommt ein Turnusarzt 3.310 Euro als Grundbezug im Monat, in der Steiermark ab 2015 2,861 Euro und in Kärnten 2.400 Euro. Da muss Kärnten handeln. Es können jetzt schon die halben Turnusarzt-Stellen mangels Nachwuchs nicht besetzt werden, und wenn die SPÖ ihre Klassenkampf-Ideologie durchzieht, werden wir bald keine Turnusärzte mehr haben", fürchtet Ragger. Es sei nicht abzuschätzen, welche langfristigen Folgen dies für das Kärntner Gesundheitssystem haben wird", so Ragger abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Die Freiheitlichen in Kärnten - FPÖ
9020 Klagenfurt
Tel.: 0463/56 404

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FLK0001