Cable Days 2014:Elektonische Vertriebskanäle - Was erfordert das neue Verbraucherrecht?

Schwerpunkt Vertragsgestaltung - Ney (Fachverband Telekom/Rundfunk): "Anachronismen sollten ehestmöglich wieder aus dem Rechtsbestand genommen werden"

Wien (OTS/PWK791) - Seit 13. Juni 2014 sind die Änderungen im Verbraucherrecht bei telefonisch oder per Internet geschlossenen Verträgen in Kraft, die auf eine EU-Richtlinie zurückgehen. Weil das zahlreiche Neuerungen für alle, die diese Vertriebswege nutzen, gebracht hat und es einiges zu beachten gilt, um Nachteile zu vermeiden, widmete der Fachverband Telekom/Rundfunk der WKÖ diesem Thema auch im Rahmen der Cable Days 2014 im Congress Salzburg Aufmerksamkeit und einen informativen Vortrag. Der Jurist und Fachverbandsmitarbeiter Andreas Ney informierte über die Erfordernisse aufgrund der Änderungen im Verbraucherrecht.

So müssen im Onlinevertrieb bestimmte Informationen vor Vertragsschluss bereitgestellt werden. Wird dagegen verstoßen, kann es passieren, dass z.B. online gelieferte Musikstücke vom Kunden nicht bezahlt werden müssen, obwohl diese darüber verfügen können. "Die rechtlichen Vorgaben sollten daher peinlich genau befolgt werden", riet Ney.

Und er kritisierte, dass der österreichische Gesetzgeber dort, wo er nach den Vorgaben der Verbraucherrechte-Richtlinie einen Umsetzungsspielraum hatte, Regelungen zu Lasten der Unternehmen geschaffen hat, die bestimmte Vertriebsformen deutlich erschwert haben. So sind telefonisch geschlossene Verträge über Dienstleistungen erst dann wirksam, wenn der Kunde nach dem Telefonat den Vertragsschluss schriftlich bestätigt. Für den Kunden stellt sich das so dar, dass er nach dem Telefonat verständlicherweise das Gefühl hat, einen wirksamen Vertrag geschlossen zu haben, dies aber tatsächlich erst dann der Fall ist, wenn er über ein anderes Medium (per Brief oder E-Mail) nochmal den Vertrag bestätigt. Das sei Kunden, die gerade bei der Hotline seines Mobilfunkanbieters eine Vertragsverlängerung vereinbart haben, nur schwer verständlich zu machen, und oft genug vergessen die Kunden oder verstehen nicht, dass sie auch noch eine E-Mail zu senden haben.

"Diese Anachronismen sollten ehestmöglich wieder aus dem Rechtsbestand genommen werden", befand Ney, "denn sie unterbinden moderne und kostengünstige Vertriebsformen letztlich auch zu Lasten der Verbraucher." (JR)

Rückfragen & Kontakt:

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Fachverband der Telekommunikations- und Rundfunkunternehmungen
Mag. Andreas Ney
Tel.: 05 90 900-3172
E-Mail: telekom@wko.at
Web: http://wko.at/telekom

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