Cable Days 2014 - Ein Blick über die Grenzen: So funktioniert's in der Schweiz

GGA Maur-CTO Gurtner über Kabel-TV, ein Schweizer Genossenschaftsmodell, interaktives Fernsehen und die Abschaltung sämtlicher analogerTV- Signale

Wien (OTS/PWK790) - Einen Blick über die Grenzen in Sachen
Kabel-TV und interaktives Fernsehen machte Beat Gurtner, CTO des Schweizer Netzwerkbetreibers GGA Maur, am Tag 2 der Cable Days < http://www.cable-days.at > in Salzburg.

Bei der GGA (die Abkürzung steht für "Großgemeinschaftsantennenanlage") Maur handelt es sich um ein regionales Kommunikationsunternehmen rund um den Greifensee. Gegründet 1967, ist genossenschaftlich organisiert (rund 650 Mitglieder), und versorgt mehr als 25.000 Haushalte mit TV-/Radio-, Internet- und Telefondienstleistungen. Für Schweizer Begriffe handelt es sich dabei um einen eher kleinen Netzwerkbetreiber. 52% der Kunden nutzen die Internetangebote, jeder Dritte nimmt die Festnetztelefonieangebote in Anspruch, die Durchdringung bei Digital-TV liegt bei 100%.

2013 startete die GGA unter dem Namen "TVmotion" interaktives Fernsehen, d.h. On-Demand-Dienste, zeitversetztes TV, Aufnahme- und Stop Motion-Möglichkeiten. Derzeit nutzen rund 6.000 Kunden dieses Angebot. Zu Spitzenzeiten wurden täglich bis zu 80 Set top-Boxen ausgeliefert, das bedeutete eine entsprechende Zahl an Aufschaltungen. Zeitversetztes TV, Aufnahme, On-Demand-Dienste werden über IP bezogen, dabei ist insbesondere bei den On-Demand-Diensten das Network-Management und -Monitoring von entscheidender Bedeutung, Es gehe darum, eine Lastverteilung sicherzustellen, um Zellen nicht zu überlasten, gerade wenn man viele Set-Top-Box innerhalb relativ kurzer Zeit ausliefert.

Zu Beginn des Ausrollens von interaktivem Fernsehen nutzten relativ rasch 10 Prozent der Kunden On-Demand-Angebote und zeitversetztes Fernsehen, der Anteil ist mittlerweile auf 30 und mehr Prozent gestiegen. "Die Zwangskonsumation von Fernsehen zu einem fremdbestimmten vordefinierten Zeitpunkt wird damit beendet", so Gurtner.
Was man gelernt habe, sei unter anderem Folgendes: Es gilt, den Mehrwert sowie vorhandene Alleinstellungsmerkmale ("Das gibt es in dieser Form nur bei GGA Maur - digitales Fernsehen in neuer Form") an die (potenziellen) Kunden zu kommunizieren. Die Erfahrung habe gezeigt, dass diese, indem sie sich mit der Materie befassen, erst so richtig auf den Geschmack kommen: "Diejenigen, die es einmal haben, wollen es dann aber auch nicht mehr missen." Entsprechend wurde auch der Claim gewählt "Nie mehr ohne".

Der technisch verantwortliche Gurtner gab weiters einen Einblick, wie die GGA Baur die Abschaltung sämtlicher analoger TV-Signale hinter sich gebracht hat: Damit einher ging übrigens auch die Aufhebung Grundverschlüsselung der bis dahin verschlüsselten digitalen Signale von rund 70 Sendern. Der Tag der Abschaltung der analogen Signale bescherte den TV-Konsumentinnen und Konsumenten, die sich nicht rechtzeitig gewappnet hatten, einen Blackscreen und dem GGA Maur-Helpdesk doch gehäufte Anfrage: "Man darf die Trägheit der Menschen nicht unterschätzen, das ist nun mal so", führte Gurtner dazu aus. Man hätte die Umstellung und die daraus resultierende Notwendigkeit von so genannten Analog-/Digital-Wandlern ein Jahr und noch länger vorher beginnen können zu kommunizieren, das hätte nicht geändert, zeigte er sich überzeugt.

"Die erfolgreiche Analog-Abschaltung gibt uns Luft nach oben, wir haben dadurch mehr Bandbreite", so der Experte.
Jetzt gelte es, junge Menschen - die Inhalte oft nur mehr auf Computern, Smartphones oder Tablets konsumieren - und Ältere, die eigentlich mit ihrem bisherigen Fernsehen zufrieden waren, gleichermaßen für digitales Fernsehen zu begeistern. Gurtner betonte auch die Bedeutung der Kommunikation vorhandener Angebote, auch dürften Medienarbeit, Werbung und Marketing nicht außer Acht gelassen werden: "Der Kunde muss wissen: Ah, ihr habt dieses oder jenes auch im Angebot". Und es gelte, Trends auf der Spur zu bleiben: "If a trend becomes obvious, you are too late", zitierte er Steve Jobs. Ein Trend, der zur Erweiterung des Angebots führen werde, sei beispielsweise mobile Streaming. (JR)

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