Schmidinger: Defizite in Kommunikation von Uni-Leitungsorganen beheben

uniko-Präsident fordert Konsequenzen aus Fehlentwicklungen im Zuge des UG 2002

Wien (OTS) - Der Behebung von Mängeln in der Kommunikation und Partizipation zwischen universitären Leitungsorganen sollte künftig intern, aber auch bei der Weiterentwicklung des Universitätsgesetzes (UG) mehr Augenmerk geschenkt werden. Mit diesem Appell wandte sich der Präsident der Universitätenkonferenz (uniko), Rektor Heinrich Schmidinger, an das Auditorium bei der heutigen Tagung des Wissenschaftsrats "Wohin geht die Universität?" in der Wiener Albertina. "Gegenüber der Kommunikationskultur an einer Universität ist die strukturelle und formalisierte Governance nachgereiht", betonte Schmidinger. Er nahm dabei auf die Auseinandersetzungen Bezug, die unter anderem in diversen Konflikten der universitären Leitungsgremien, nicht zuletzt bei der Bestellung von Rektorinnen und Rektoren, in den vergangenen zehn Jahren seit Inkrafttreten des UG 2002 sichtbar wurden.

Den Auseinandersetzungen zwischen den Gremien und den involvierten Amtsträgerinnen und Amtsträgern sei fast durchwegs ein "beträchtliches kommunikatives Defizit" vorausgegangen, stellte der uniko-Präsident fest. Diese Konflikte resultierten auf institutioneller Ebene "in aller Regel aus vorausgehenden persönlichen Animositäten". Schmidinger: "Das mag trivial klingen, ist es aber nicht, weil weder im Zuge der Entstehung und Etablierung des Universitätsgesetzes 2002 noch im Zuge der diversen Leistungsvereinbarungen der inneruniversitären Kommunikationskultur jene Bedeutung eingeräumt wurde, die ihr gebührt." Die Zukunft der Universitäten werde allerdings davon abhängen, wie es diesen gelinge, dieses Thema in den Fokus ihrer strategischen Maßnahmen zu stellen. "Bloße Machtdiskurse führen nirgends hin, in ihnen blockieren sich Einrichtungen jeglicher Art, nicht nur Universitäten, selbst und werden reaktionsresistent", fügte Schmidinger hinzu.

Der Präsident der uniko forderte, dass "aus den Erfahrungen mit inzwischen erkennbaren Fehlentwicklungen Konsequenzen gezogen werden müssen". Die diesbezüglichen Empfehlungen des Wissenschaftsrats hinsichtlich der Rollenverteilung von Rektorat, Universitätsrat und Senat, speziell die derzeitige Bestellung der Mitglieder des Universitätsrates sowie die vorhandenen Unschärfen betreffend das Kompetenzspektrum von Rektorat und Senat, seien jedenfalls "mehr als erwägenswert". Auch die vorgeschriebene Governance-Struktur des UG 2002 werde sich nur dann bewähren, "wenn es gelingt, sie noch mehr als bisher den Universitätsangehörigen plausibel zu machen" und die bisherigen Defizite der Struktur zu korrigieren. Andernfalls werde dieser weiterhin "das Odium anhaften, keine Demokratie zu enthalten, einzelne Gruppen zu entmachten und von jeglicher Partizipation auszuschließen".

Die Governance der Universität ergäbe sich, so der uniko-Präsident, jedenfalls erst durch das rechte Zusammenwirken von drei Komponenten:
Entscheidung und Verantwortung, Steuerung und Kontrolle sowie durch Partizipation und innere Kooperation. "Diese drei Prinzipien sind im Zusammenspiel der drei Gremien Rektorat, Universitätsrat und Senat grundsätzlich und geschehensnahe in Realität umzusetzen", resümierte Schmidinger.

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