Lopatka: Christ sein war noch nie so gefährlich wie heute

ÖVP-Klubobmann fordert Maßnahmen der EU zum Schutz von Religionsfreiheit

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Bei allen wirtschaftlichen Problemen darf die westliche Staatengemeinschaft die unmittelbare Bedrohung vieler Menschen aufgrund ihrer religiösen Überzeugung nicht aus den Augen verlieren und muss energisch für dieses grundlegende Menschenrecht eintreten, forderte heute, Freitag, ÖVP-Klubobmann Dr. Reinhold Lopatka anlässlich des weltweiten Gebetstages für verfolgte Christen am kommenden Sonntag.

Nach Schätzungen des US-amerikanischen Zentrums für Globale Christliche Studien sterben jährlich rund 100.000 Christen wegen ihres Glaubens. Bis zu hundert Millionen sind in mehr als 50 Staaten der Erde Opfer von Gewalt und Verfolgung. Man könne also durchaus sagen, dass Christ sein noch nie so gefährlich war wie heute, so Lopatka.

Die Verschleppung von hunderten christlichen Mädchen in Nigeria und die brutale Vertreibung hunderttausender Christen und Yesiden aus dem Irak seien zwei besonders abscheuliche Fälle von religiös motivierter Verfolgung und Menschenhatz, die in letzter Zeit bekannt wurden und weltweit für Entsetzen gesorgt haben. Viele Repressalien würden aber gar nicht mehr wahrgenommen, weil sie schon "alltäglich" geworden sind, meint Lopatka. Bei Religionsfreiheit gehe es aber auch darum, seine Religion öffentlich bekennen und die Gemeinschaft nach eigenen Regeln organisieren zu können. Menschen müssten natürlich auch das Recht haben, eine Religion zu verlassen bzw. zu konvertieren, ohne deswegen Nachteile befürchten zu müssen.

Der ÖVP-Klubchef fordert diesbezüglich entschiedene Maßnahmen der Europäischen Union. Der EU-Sonderbeauftragte für Menschenrechtsfragen müsse sich verstärkt der Nöte verfolgter Christen annehmen. Die derzeit vom ehemaligen griechischen Außenminister Stavros Lambrinidis ausgeübte Funktion sollte jedenfalls aufgewertet und als dauerhafter Geschäftsbereich in der EU-Kommission eingerichtet werden.

Lopatka kann sich vorstellen, dass vor Abschluss von Abkommen mit Nichtmitgliedsländern auch Religionsfreiheit und der Umgang mit religiösen Minderheiten in diesen Staaten geprüft werden. Schließlich seien religiöse Verfolgungen häufig Ursachen für zunehmende Flüchtlingsströme, die neben menschlichem Leid zunehmend auch sozialen und wirtschaftlichen Druck in Europa bringen.

"Wir Europäer können der zunehmenden Verfolgung von Christen und anderer religiöser Minderheiten vor allem in vielen islamisch geprägten Ländern nicht gleichgültig gegenüberstehen. Die EU muss im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf Bedingungen hinwirken, die von Gleichberechtigung und gegenseitigem Respekt für religiöse Überzeugungen geprägt sind", fordert der ÖVP-Klubobmann. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs
Tel.: 01/40110/4436
http://www.oevpklub.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPK0002