"dok.film"-Tripel zu 25 Jahre Mauerfall: ORF-Premiere für tragikomische Gastarbeiter-Milieustudie "Dragan Wende"

Außerdem: Dokus über (ost)deutsche Sexgeschichte und Ostberliner Haute Couture

Wien (OTS) - Im Rahmen des ORF-Programmschwerpunkts zu "25 Jahre Mauerfall" präsentiert "dok.film" am Sonntag, dem 9. November 2014, ein themenaffines Doku-Tripel. Den Auftakt macht um 23.05 Uhr in ORF 2 ein amüsanter Film über die deutsche Sexgeschichte: "Liebte der Osten besser? Sex im geteilten Deutschland". Als ORF-Premiere steht um 23.45 Uhr die Dokumentation "Dragan Wende - Westberlin" auf dem Programm - die tragikomische Familiengeschichte eines alternden Gastarbeiters aus der goldenen Ära Westberlins, der die historische Wende für seinen persönlichen Niedergang verantwortlich macht. Anschließend zeigt ORF 2 um 1.10 Uhr "Ostberliner Haute Couture - Ein Traum in Erdbeerfolie", ein filmisches Dokument der wilden Parallelwelt der Mode- und Überlebenskünstler/innen Ostberlins.

"dok.film": "Liebte der Osten besser? Sex im geteilten Deutschland" (23.05 Uhr)

In Westdeutschland war das Leben wohl bunter, freier, konsumfreudiger. Aber was den Sex und die Situation der Frauen anbelangt, war der Osten dem Westen anscheinend weit voraus. In den DDR-Betten gab es ungleich mehr Lust und Abwechslung als damals im miefigen Klima des Westens, in dem von Sex nur geflüstert und höchstens in Aufklärungsfilmen Marke Oswalt Kolle etwas mehr Klartext gesprochen werden konnte. Warum war das so? André Meiers Dokumentation "Liebte der Osten besser? Sex im geteilten Deutschland" unternimmt eine amüsante Tour durch die deutsche Sexgeschichte - mit dem Eisernen Vorhang mittendrin und erstaunlich freizügigen Homevideos made in East Germany, das auf dem Gebiet der Erotik alles andere als farblos war.

"dok.film": "Dragan Wende - Westberlin" (23.45 Uhr)

In den 1970er und 1980er Jahren hatte Dragan Wende Geld, Frauen, Champagner - und einen jugoslawischen Pass, der damals angeblich als der "beste der Welt" galt. Dieser Pass eines blockfreien Staates bescherte ihm beinahe grenzenlose Freiheit: Während Dragan in Westberlin das vibrierende Nachtleben beherrschte, verdiente er sich nebenbei mit zwielichtigen Geschäften hinter der Berliner Mauer eine goldene Nase - wenn er nicht gerade wieder im Gefängnis saß. 25 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer vermisst Dragan dieses Bauwerk, denn damals, im Jahr 1989, verlor er all seine Privilegien. Für diesen persönlichen Niedergang macht er ausschließlich die historische Wende verantwortlich. Seit damals hat er daher keinen Fuß mehr nach Ostberlin gesetzt. Er, der exzentrische Aufschneider, der nun von Hartz IV und seinen Erinnerungen an bessere Zeiten lebt. "Dragan Wende - Westberlin" ist ein humorvoller, zeitgeschichtlicher und gleichzeitig persönlicher Dokumentarfilm, eine "Gastarbeiter"-Milieustudie mit Sitcom-Elementen. Gedreht wurde die vielfach preisgekrönte Produktion vom Kameramann, Koregisseur und Neffen des Protagonisten, Vuk Maksimovic, der die Geschichten seines Onkels noch aus Erzählungen in seiner Kindheit kannte. Für die Regie zeichnen weiters Dragan von Petrovic und Lena Müller verantwortlich.

"dok.film": "Ostberliner Haute Couture - Ein Traum in Erdbeerfolie" (1.10 Uhr)

Mode war eine Fantasiewelt inmitten des restriktiven DDR-Alltags. Hier konnte man aus der Reihe tanzen, individuell und provokant sein. Wichtigstes Erkennungsmerkmal der Szene war der persönliche Stil. Den konnte man zu DDR-Zeiten nicht kaufen. Man musste sich sein individuelles Image selbst basteln: zum Beispiel mit Erdbeerfolie aus dem Baumarkt.
Filmemacher Marco Wilms - selbst Model beim einstigen Modeinstitut der DDR - sucht die Mode-Helden seiner Ostberliner Jugend auf und erkundet mit ihnen ihr schillerndes Parallelleben. Nach zwei Jahrzehnten treffen die Mitglieder und Freunde der legendären Ostberliner Avantgarde-Modetheater "Chic Charmant und Dauerhaft" (CCD) und "Allerleirauh" wieder zusammen - auf einer von Regisseur Marco Wilms initiierten "subversiven" Ostblockparty. Entstanden ist ein humorvolles Filmdokument der Kreativität als Lebenselixier und der nie endenden Sehnsucht nach individueller Freiheit.

Mehr Informationen zu den Filmen sind unter presse.ORF.at abrufbar.

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