Mückstein: Individuelle Bedürfnisse von sterbenden Menschen in den Vordergrund rücken

Grüne: Hospiz- und Palliativversorgung muss flächendeckend sicher gestellt werden

Wien (OTS) - Anlässlich der heutigen Auftaktveranstaltung der parlamentarischen Enquete-Kommission "Würde am Ende des Lebens" weisen die Grünen darauf hin, dass die individuellen Bedürfnisse von alten, schwerkranken und sterbenden Menschen besonders sorgsam wahrgenommen und respektiert werden müssen.

"Der Begriff "Würde" muss übersetzt werden. Bei der Betreuung und Versorgung alter, schwerkranker und sterbender Menschen müssen die Individualität und Einzigartigkeit jedes Menschen, seine Autonomieansprüche und seine Beziehungswünsche im Vordergrund stehen. Wichtig ist dabei herauszufinden, welche individuellen Bedürfnisse alte, schwerkranke und sterbende Menschen haben und wie ihr Recht auf Selbstbestimmung bestmöglich gewährleistet werden kann", sagt die Gesundheitssprecherin der Grünen, Eva Mückstein.

Jeder Mensch stirbt anders. Dabei ist auch die gesellschaftliche Vielfalt, wie etwa sozioökonomischer Status, Geschlecht, Migrationserfahrung und Nähe/Distanz zu Religion zu beachten. Keine Gruppen darf strukturell benachteiligt werden. "Auch im Geronto-, Hospiz- und Palliativbereich muss sich eine Diversitäts-Sensibilität entwickeln", meint Mückstein.

Damit die individuellen Bedürfnisse schwerkranker und sterbender Menschen und deren Angehöriger in den Vordergrund rücken, ist eine flächendeckende Hospiz- und Palliativversorgung zu fordern, die für alle Menschen jeden Alters zugänglich und leistbar ist. Dass derzeit ca. 60 Prozent der Menschen im Krankenhaus sterben, ist für die Grünen ein bedenklicher und unhaltbarer Zustand.

"Die Hospiz- und Palliativversorgung muss zügig ausgebaut werden", sagt Mückstein und ergänzt: "Es muss auch einen Rechtsanspruch auf diese Betreuung geben. Eine Regelfinanzierung für alle Einrichtungen ist zu erreichen, Hospizkultur und Palliativ Care sollte in alle Einrichtungen der Grundversorgung integriert sein und eine Klärung der Zuständigkeiten für die Umsetzung und Finanzierung der Hospiz-und Palliativeinrichtungen ist unbedingt erforderlich. "Wenn das ein Ergebnis der Parlamentarischen Enquete-Kommission ist, wäre ich hoch zufrieden", so Mückstein.

Ein ebenso großes Anliegen sind den Grünen Verbesserungen im Bereich der Schmerztherapie. "Ambulante und stationäre schmerztherapeutische Einrichtungen müssen ausgebaut werden, die Behandlung von Schmerzen muss ein eigenständiges Krankheitsbild im Leistungskatalog der Krankenkassen werden und bürokratische Hürden bei der Verordnung von Schmerzmedikamenten müssen abgebaut werden", meint Mückstein. Eine weitere Forderung ist höhere ärztliche Kompetenz bei der Schmerzbehandlung und dem "Sterben zulassen" durch die Etablierung einer FachärztIn für Palliativmedizin und die spezifische Qualifizierung der Gesundheitsberufe, die in die Betreuung und Behandlung von sterbenden Menschen miteinbezogen sind.

Rückfragen & Kontakt:

Grüner Klub im Parlament
Tel.: +43-1 40110-6697
presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0001