Zwei Drittel Ablehnung bei den Beschäftigten: AK fordert begleitende Maßnahmen zur OÖ. Spitalsreform

Linz (OTS) - Das Land Oberösterreich will bis zum Jahr 2020 insgesamt rund 2,2 Milliarden Euro und 778 Betten einsparen. Die Spitalsbeschäftigten sind damit unzufrieden. Sie orten steigende Arbeitsbelastungen und negative Auswirkungen auf die Patientenversorgung. Die AK fordert daher begleitende Maßnahmen zur oberösterreichischen Spitalsreform: "Die Reform darf nicht auf dem Rücken der Patienten und der Beschäftigten ausgetragen werden", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Laut einer IFES-Studie im Auftrag der AK Oberösterreich sind 89 Prozent der Spitalsbeschäftigten der Meinung, dass hinter der oberösterreichischen Spitalsreform nur finanzielle Einsparungsziele und nicht die Verbesserung der Gesundheitsversorgung stehen. Kein Wunder, dass die Zufriedenheit der Patienten/-innen in den Spitälern permanent sinkt: von 85 Prozent im Jänner 2011 auf 75 Prozent im Sommer 2014.

"Der massive Bettenabbau und die zahlreichen Umstrukturierungen in den Spitälern sowie die damit verbunden finanziellen Einsparungen verschlechtern die Rahmenbedingungen für die Spitalsbeschäftigten", erklärt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Stress, Zeitdruck und Personalknappheit gefolgt von körperlichen Belastungen und Bürokratie sind für die Befragten die größten Probleme am Arbeitsplatz.

Die Beschäftigten können sich nicht im selben Ausmaß um die Patientinnen und Patienten kümmern, wie das vor der Spitalsreform der Fall war. 75 Prozent gehen davon aus, dass sich der Zeitdruck am Krankenbett weiter verschärfen wird. Sogar 87 Prozent der Spitalsbeschäftigten rechnen infolge der Spitalsreform mit längeren Wartezeiten.

Insgesamt ist es daher nicht verwunderlich, dass knapp zwei Drittel der Spitalsbeschäftigten die oberösterreichische Spitalsreform sehr kritisch sehen. Beim Pflegepersonal ist der Anteil derer, die die Spitalsreform ablehnen, mit 70 Prozent deutlich höher als beim ärztlichen Personal (61 Prozent Ablehnung). Acht von zehn rechnen mit negativen Auswirkungen der OÖ. Spitalsreform auf ihr berufliches Umfeld. "Vor allem Beschäftigte mit pflegerischer Tätigkeit befürchten dass sich die Probleme an ihrem Arbeitsplatz verschärfen werden", so der AK-Präsident.

Die Arbeiterkammer Oberösterreich fordert daher, dass die jährliche Evaluierung der oberösterreichischen Spitalsreform um eine Wirkungsanalyse auf die Arbeitsbedingungen und Arbeitszufriedenheit der Spitalsbeschäftigten erweitert wird und dass die Beschäftigten in die Reformmaßnahmen eingebunden werden. "Begleitende Maßnahmen sollen sich mit den Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen in den einzelnen Spitalsabteilungen beschäftigen", sagt Kalliauer. Wenn es spürbare Verschlechterungen in der Versorgung gibt, sind diese zu dokumentieren und gegebenenfalls müssen Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Dr. Walter Sturm
Tel.: (0732) 6906-2192
walter.sturm@akooe.at
ooe.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO0001