Robert Kleindienst in ORF-Reihe "Was ich glaube": Wie ist das mit der Gerechtigkeit?

Am 9. November um 16.55 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Im Rahmen der Serie "Die Wiederkehr der Tugend" machen sich Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kunst und Philosophie in der in HD produzierten ORF-Reihe "Was ich glaube" - jeweils Sonntag um 16.55 Uhr in ORF 2 - Gedanken über die Aktualität der alten Tugenden:
Am Sonntag, dem 9. November 2014, widmet sich der Schriftsteller Robert Kleindienst um 16.55 Uhr in ORF 2 der Gerechtigkeit.

"Wenn wir von Gerechtigkeit reden, müssen wir immer auch das Wort richtig im Kopf haben. Richtig und Gerechtigkeit ist für mich untrennbar verbunden", sagt der Salzburger Schriftsteller Robert Kleindienst und verweist u. a. auf ein jüdisches Sprichwort: "Es gibt im Talmud einen schönes Sprichwort, das heißt: Wo Gerechtigkeit ist, da gibt es auch Frieden. Für mich heißt Gerechtigkeit auch Frieden. Ein gerechtes menschliches Miteinander würde auch den Frieden fördern!" Der Nachwuchsschriftsteller Kleindienst, der 2010 das Österreichische Staatsstipendium für Literatur bekommen hat, nimmt in seiner Interpretation der Tugend Gerechtigkeit Bezug auf die Gerechtigkeitstheorie von John Rawls. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Theorie ist der sogenannte Schleier des Nichtwissens oder der Unwissenheit, der den Zustand der Menschen in einer fiktiven Entscheidungssituation bezeichnet.

Die Gerechtigkeit zählt seit Platon neben der Klugheit, der Mäßigung und der Tapferkeit zu den vier Kardinaltugenden. Anders als die drei christlichen oder theologischen Tugenden (Hoffnung, Liebe, Glaube), die - so heißt es im Christentum - als von Gott verliehen gelten, könnten und müssten die vier Kardinaltugenden erworben werden. Die große abendländische Tradition sieht in der Tugend jene Fähigkeit und Tauglichkeit des Menschen, die ein umfassendes Glücken des persönlichen und sozialen Lebens ermöglicht.

Bisweilen klingt der Begriff der "Tugend" ein wenig verstaubt. Aber hat er in einer Gesellschaft, die vor der Herausforderung steht, das individuell Gute mit dem sozial Gerechten in Einklang zu bringen, seine Aktualität verloren? Die Sendereihe "Was ich glaube" lässt interessierte Zeitgenossen beiderlei Geschlechts zu Wort kommen und schickt sie - mit Blick auf die aktuellen gesellschaftlichen, sozialen und ökologischen Herausforderungen - auf die Suche und Interpretation nach den vier klassischen Grundtugenden - Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Mäßigung - und den drei sogenannten göttlichen Tugenden - Glaube, Liebe, Hoffnung.

Den Einstieg in die Reihe machte der Philosoph und Theologe Clemens Sedmak am 21. September mit allgemeinen Überlegungen zu den Tugenden. Weitere Gedanken über die Aktualität der alten Tugenden machten sich bisher die Schauspielerin Maria Hofstätter über den Glauben, die Schriftstellerin Julya Rabinowich über die Liebe, der Physiker Herbert Pietschmann über die Hoffnung, Conchita Wurst über die Tapferkeit und Philosoph Robert Pfaller über die Mäßigung. Am 16. November widmet sich Hirnforscher Manfred Spitzer der Klugheit.

Die Sendungen sind nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und werden auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

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