Nachwahlstudie - Wahl zum Europäischen Parlament

Eine Studie zeigt, aus welchen Gründen Wahlberechtigte in der EU wählen gehen - oder eben nicht. Insgesamt wurden 27.331 Wahlberechtigte in den 28 EU-Mitgliedsstaaten befragt.

Wien (OTS) - Heuer haben die BürgerInnen Europas bei den Europawahlen zum ersten Mal auch den Präsidenten der Europäischen Kommission mitgewählt. Dieses neue System der Spitzenkandidaten hat sich auch auf die Wahlmotive der BürgerInnen niedergeschlagen. Auf die Frage, warum sie wählen gehen, haben EU-weit durchschnittlich fünf Prozent der Wähler geantwortet: "Um Einfluss auf die Wahl des Präsidenten der Europäischen Kommission zu nehmen" In Österreich waren es sogar 12 Prozent (gefolgt von Deutschland und Luxemburg mit je 10 Prozent) -dabei stammte keiner der Spitzenkandidaten aus Österreich.

Die wichtigsten Motive der Bürger, ihre Stimme abzugeben, sind - wie bereits 2009 - das Erfüllen einer Bürgerpflicht und die Beteiligung an der Wahl, weil man immer wählen geht. An dritter Stelle für den Gang zur Wahlurne steht sowohl EU-weit als auch in Österreich die Unterstützung einer politischen Partei, der man nahesteht. Auf diese "traditionellen" Motive folgen europäische Gründe wie die Befürwortung der EU, das Gefühl, Bürger der EU zu sein, oder das Gefühl, durch die Stimmabgabe bei der Wahl zum Europäischen Parlament Dinge verändern zu können.
Die Motive der Nichtwähler haben - wie bereits 2009 - vor allem mit fehlendem Vertrauen in und mit mangelndem Interesse an Politik im Allgemeinen sowie mit dem Gefühl zu tun, dass die Wahlstimme nichts bewirkt.
Die Arbeitslosigkeit ist für die Bürger, die ihre Stimme abgegeben haben, das wichtigste Thema der Wahl, gefolgt von Wirtschaftswachstum und Einwanderung. In Österreich stand allerdings Lebensmittelsicherheit an zweiter Stelle (31 Prozent) nach Arbeitslosigkeit (40 Prozent).
Was die Einstellung gegenüber der EU betrifft, so vertritt eine absolute Mehrheit der Befragten die Auffassung, dass die Mitgliedschaft in der EU eine "gute Sache" ist, und gibt an, sich als "Bürger der EU" zu fühlen, auch wenn dieses Gefühl in den Ländern, die am stärksten von der Krise betroffen sind, deutlich zurückgegangen ist. Sowohl bei den Wählern als auch bei den Nichtwählern fühlt sich nach wie vor eine deutliche Mehrheit der EU verbunden.

Was die Wahlbeteiligung betrifft bilden sich immer klarere Trennlinien heraus: Der Abstand zwischen der Wahlbeteiligung von Männern (45 Prozent) und Frauen (41 Prozent) wird immer größer. In Österreich ist der Unterschied zwischen männlicher und weiblicher Wahlbeteiligung mit 44 zu 47 Prozent etwas geringer. Zum Vergleich:
Bei den Wahlen 2009 hatten EU-weit 42 Prozent der Frauen und 44 Prozent der Männer (gesamt: 43 Prozent) ihre Stimme abgegeben. In Österreich haben heuer 45,4 Prozent von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht.

Wie schon 2009 war die Wahlbeteiligung in den EU 28 bei den Führungskräften und Selbstständigen am höchsten; jene der Studierenden und Arbeitslosen hat zugenommen. Die meisten Nichtwähler gibt es in der jüngsten Altersgruppe (18 bis 24), obwohl hier die positivste Haltung gegenüber der EU zu verzeichnen ist. Das gilt auch für Österreich.

Nachwahlstudie 2014 der EU28:
http://www.europarl.europa.eu/aboutparliament/de/00191b53ff/Eurobarom
eter.html?tab=2014_2

Zu den Ergebnissen für Österreich:
http://www.europarl.europa.eu/pdf/eurobarometre/2014/post/post_electi
on_survey_%20at_de.pdf

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