Grazer Schlaganfall-Studie: Bilder vom Gehirn steuern die Rehabilitation

Neurorehabilitations-Kongress in Graz: In Zukunft könnten komplette Trainings-Programme auf Basis moderner Bildgebung individuell erstellt werden

Graz (OTS) - Wir setzen moderne bildgebende Methoden wissenschaftlich ein, um bei Patienten nach Schlaganfall den Ort und das Ausmaß der Schädigung einzugrenzen und die Auswirkungen auf Bahnsysteme, die Hirnregionen miteinander verbinden, und auf Hirnfunktionen zu objektivieren. Daraus ergeben sich auch Konsequenzen für mögliche Funktionsverbesserungen durch therapeutische Maßnahmen", sagt Assoz.-Prof. Dr. Christian Enzinger (Graz), Präsident der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Neurorehabilitation. "In Zukunft könnten komplette Trainings-Programme auf Basis bildgebender Untersuchungen individuell erstellt werden." Man wird vermutlich erkennen können, ob und welche Reha-Maßnahmen Chancen auf Erfolg haben, Potential hat die Bildgebung auch bei der Bestimmung der optimalen Dauer eines Trainings.

CT, MRT und PET ermöglichen immer bessere Einblicke in die Gehirnfunktionen. Insbesondere die MRT wird im Rahmen der Neurorehabilitation beforscht. Prof. Enzinger und seine Gruppe führten eine Studie mit zehn Schlaganfall-Patienten durch, die nach ihrer Entlassung und Behandlung noch immer unter Gangstörungen litten. Es wurde fünf Wochen lang ein Trainingsprogramm absolviert, das auf die Verbesserung von Gleichgewicht und Koordination abzielt. Es zeigte sich, dass auch in diesem chronischen Stadium noch Verbesserungen der Mobilität möglich sind, so Prof. Enzinger: "Dazu kamen, was man vorher nicht wusste, auch Verbesserungen in der kognitiven Leistung und dem Gedächtnis. Es ist zwar bekannt, dass bei älteren Menschen Bewegung auch gut für die Kognition ist, aber dass das auch nach einem Schlaganfall und nach einem vergleichsweise kurzen Training funktioniert, wussten wir nicht."

Die Forscher fanden mittels Bildgebung Veränderungen in den motorischen Netzwerken, die zeigen, dass auch ein älteres Gehirn durch intensives Üben in seiner Funktion verändert werden kann. Prof. Enzinger: "Man aktiviert also schlafende Pfade und verborgene Module und erreicht damit einen Gewinn an Funktion." Dieses Trainingsprogramm soll jetzt mit Unterstützung des Jubiläumsfonds der OeNB weiter untersucht werden.

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