VSStÖ zur "Rot-Weiß-Rot-Karte": Reformen müssen weiter gehen!

Der Verband Sozialistischer Student_innen begrüßt die angekündigten Weiterentwicklungen, sieht aber noch viele Schwachpunkte

Wien (OTS) - Die derzeitigen Voraussetzungen für den Erwerb einer "Rot-Weiß-Rot-Karte" sind ein Einstiegsgehalt von 45% der Höchstbeitragsgrundlage (derzeit knapp über 2.000 Euro), eine ausbildungsadäquate Beschäftigung sowie ein Arbeitsplatznachweis. Besonders Drittstaatsstudierende haben in Österreich mit bürokratischen Hürden zu kämpfen. Zeitliche Begrenzung und finanzielle Mindestanforderungen führen dazu, dass viele Studierende nicht in Österreich bleiben können.

Begrüßenswert ist die geforderte Senkung des Mindestverdienstes, der in vielen Branchen nicht der Realität entspricht. "Der Turnus in der Medizin zum Beispiel ist für Drittstaatsstudierende aufgrund der Mindestgehälter fast unmöglich zu schaffen. Der Betrag muss anhand der Durchschnittseinkommen in den jeweiligen Branchen berechnet werden", fordert Rasha Abd El Mawgoud, Vorsitzende des Verband Sozialistischer Student_innen.

Die Ausweitung auf Bachelorabsolvent_innen, die bis dato keinen Zugang zu einer "Rot-Weiß-Rot-Karte" haben ist ein wichtiger Schritt. "Die Ausweitung auf Absolvent_innen eines Bachelorstudiums kann allerdings nicht alles sein. Studierende müssen auch während dem Studium das volle Recht auf Arbeit haben, da gerade Studierende aus Drittstaaten oft ein sicheres Einkommen dringend benötigen", betont Abd El Mawgoud.

"Wir begrüßen die vorgeschlagenen Verbesserungen, uns fehlen allerdings noch einige wichtige Punkte wie etwa eine Ausweitung der erlaubten Arbeitszeit (derzeit 10 pro Woche) für Studierende aus Drittstaaten oder eine Abschaffung der diskriminierenden Regelung der doppelten Studiengebühren für Drittstaatsangehörige", so Abd El Mawgoud. Weitere Verbesserungen sind dringend notwendig um Studierende aus Drittstaaten nicht in die Illegalität zu treiben oder zum Spielball für ihre Arbeitergeber_innen zu machen.

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