Metallindustrie: Gewerkschaften setzen einheitlichen KV durch

Erfolgreiches Ende der Verhandlungen: Gas/Wärme-Ergebnis ident mit anderen fünf Abschlüssen

Wien (OTS/ÖGB) - Nach insgesamt 14 Verhandlungsrunden mit den sechs Fachverbänden der Metallindustrie haben die Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp am 5. November ihr Ziel eines einheitlichen Kollektivvertrages und eines einheitlichen Lohn- und Gehaltsabschlusses für alle 180.000 Beschäftigten erreicht. In den frühen Abendstunden konnte mit dem letzten ausständigen Fachverband, jenem der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen, eine Einigung erzielt werden. Die Lohn- und Gehaltserhöhungen entsprechen den vorausgegangenen fünf Abschlüssen in der Metallindustrie. "Wir haben die gemeinsamen Beschlüsse der BetriebsrätInnen und Gewerkschaften für den Erhalt des gemeinsamen Kollektivvertrages und eine ordentliche Lohn- und Gehaltserhöhung erfolgreich durchgesetzt", betonen die beiden Chefverhandler der Gewerkschaften, Rainer Wimmer (PRO-GE) und Karl Proyer (GPA-djp).++++

Die Verhandlungen für einen einheitlichen Metaller-KV 2014 sind damit erfolgreich abgeschlossen: Die IST-Löhne und Mindestlöhne sowie IST-Gehälter und Mindestgrundgehälter für die rund 2.500 Beschäftigten der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen steigen wie bei den zuvor abgeschlossenen Verhandlungen um 2,1 Prozent. Die Lehrlingsentschädigungen werden ebenfalls um 2,1 Prozent angehoben, die Aufwandsentschädigung und Zulagen um 1,7 Prozent. Geltungstermin für den neuen einheitlichen Kollektivvertragsabschluss Metallindustrie ist der 1. November.

Startschuss für die herbstliche Lohn- bzw. Gehaltsrunde 2014 war die Forderungsprogrammübergabe am 25. September. Dem ersten Abschluss mit dem Fachverband Maschinen- und Metallwarenindustrie (FMMI) am 29. Oktober waren österreichweite BetriebsrätInnenkonferenzen und Betriebsversammlungen in 300 FMMI-Betrieben vorausgegangen. "Es waren meistens sehr partnerschaftliche Verhandlungsrunden. Der FMMI-Abschluss ist aber nur gelungen, weil Gewerkschaftsmitglieder und BetriebsrätInnen den Druck auf die Arbeitgeber deutlich erhöht haben. Vor allem die Betriebsversammlungen haben den gewerkschaftlichen Forderungen Schubkraft gegeben", sagen die beiden Chefverhandler Wimmer und Proyer.

Für die 17.000 Beschäftigten des Bergbaus und der Stahlindustrie wurde heuer bereits zum zweiten Mal eine Möglichkeit geschaffen, sich anstelle der IST-Erhöhung für mehr Freizeit zu entscheiden. Daneben konnte die Freizeitoption, für die eine Betriebsvereinbarung notwendig ist, erstmals auch für die Beschäftigten der Fahrzeugindustrie vereinbart werden. Statt der Lohn- bzw. Gehaltserhöhung können bis zu 38,5 Stunden für zusätzliche Freizeit verwendet werden. Der zusätzliche Freizeitanspruch kann zur Verringerung der wöchentlichen Arbeitszeit verwendet, stundenweise, in ganzen Tagen oder ganzwöchig verbraucht oder für eine längere Freizeitphase über mehrere Jahre angespart werden. Für die Freizeitoption ist eine Betriebsvereinbarung notwendig.

Die größte Gruppe in der Metallindustrie nach Beschäftigtenanzahl ist der FMMI mit rund 120.000 Beschäftigten. Dann folgen Fahrzeugindustrie (30.000), Bergbau-Stahl (17.000), Gießereiindustrie (7.000), Nichteisenmetallindustrie (6.500) und der Fachverband Gas-und Wärmeunternehmungen (2.500).

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