VÖZ-Kralinger: "Medienkompetenz muss größere Bedeutung im Unterricht einnehmen"

VÖZ stellte 3. Public Value Bericht vor - MediaWatch-Wippersberg stellt "Zitate"-Studie vor: "Relevanz der Eigenleistung von VÖZ-Redaktionen deutlich erkennbar"

Wien (OTS) - Der zweite Präsident des Nationalrates Karlheinz Kopf und der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) luden am Mittwoch zur Matinee "Politisches Desinteresse als Gefahr für Medien und Demokratie". Ausgangspunkt für diese Veranstaltung waren diverse Befunde, die ein wachsendes Desinteresse an Politik gerade bei jüngeren Menschen diagnostizierten. Laut einer IFES-Umfrage gibt die Hälfte der unter 30-Jährigen an, sich nicht um die Politik zu kümmern. VÖZ-Präsident Kralinger betonte: "Es liegt im beiderseitigen Interesse von Politik und Medien, dass sich Bürger über die politischen Vorgänge in diesem Land informieren. Dazu braucht es Medien, die unabhängig und unvoreingenommen über die Vorgänge in diesem Land berichten." Einerseits müssten die klassischen Medien stärker auf die junge Zielgruppe zugehen, andererseits braucht es -besonders seit der Absenkung des Wahlalters - seitens der Schulen eine stärkere Einbindung von Kaufzeitungen und -magazinen. "Medienkompetenzen - somit Zeitungen und Magazine - müssen einen viel größeren Platz im Unterricht einnehmen. Ich bin überzeugt, dann kann es gelingen, mehr Menschen für politische Geschehnisse und Zusammenhänge zu begeistern."

Wippersberg: VÖZ-Medien mit den meisten zitierten Meldungen

Julia Wippersberg, Geschäftsführerin der APA-MediaWatch, präsentierte eine Studie zum Ausmaß und zu den konkreten Inhalten, wie Medien Themen für die Berichterstattung in anderen Medien bereitstellen. Für die Untersuchung wurden mit März und Juni 2014 zwei Monate ausgewählt, in denen keine beherrschenden Medienereignisse wie Wahlen stattfanden und es wenig Feiertage gab: "Im Untersuchungszeitraum entfielen die deutlich größten Anteile an zitierten Meldungen auf die VÖZ-Mitgliedsmedien: Im März 2014 waren 75 Prozent, im Juni 68 Prozent der zitierten Medien Mitglieder des VÖZ. Die Medien selbst bringen gänzlich neue Themen auf die Publikums-Agenda. Aus der Untersuchung wird die Wertigkeit und Relevanz der Eigenleistung von VÖZ-Redaktionen deutlich erkennbar. Die Mitgliedsmedien des VÖZ leisten einen entscheidenden Beitrag zu einer umfassend informierten und interessierten Öffentlichkeit.

Kralinger: Öffentliche Debatte braucht vitale Presselandschaft

VÖZ-Präsident Kralinger zur Studienpräsentation: "Wenn der Mitbewerber eine Meldung mit dem Hinweis versieht "wie die Zeitung A berichtet", ist das quasi ein Ritterschlag für die Geschichte. Die Untersuchung veranschaulicht, warum eine demokratische Gesellschaft Kaufzeitungen und -magazine braucht: Diese Medien stoßen Diskussionen an und machen Dinge zum Thema, die andere lieber unter den Teppich kehren. Eine umfassende öffentliche Debatte am Leben zu halten, gelingt keinem öffentlich-rechtlichen Rundfunk alleine, dazu reichen auch keine Armada an Agenturmeldungen oder ein paar tausend Tweets oder Blog-Einträge. Es braucht eine vitale und vielfältige Presselandschaft. Unterschiedliche Zeitungen und Magazine setzen verschiedene Schwerpunkte in ihrer Berichterstattung. Diese Vielfalt an Meinungen und Titel ist für die Meinungsbildung unserer Gesellschaft von unverzichtbarer Bedeutung."

Darüber hinaus wurde der dritte VÖZ-Public Value-Bericht präsentiert. Neben der MediaWatch-Untersuchung und der Studie des IHS zur ökonomischen Bedeutung der VÖZ-Mitgliedsmedien beinhaltet der Bericht eine Reihe von interessanten Beiträgen, die sich mit den Herausforderungen der Medienbranche befassen. Der Präsident des europäischen Zeitungsverbandes Ivar Rusdal schreibt über die europäische Perspektive der Medienpolitik, Larry Kilman vom Weltzeitungsverband bietet mit Zahlenmaterial unterfüttert einen Überblick über die weltweiten Trends der Zeitungsbranche, WIFO-Expertin Margit Schratzenstaller widmet sich den Steuervermeidungsstrategien von Google und Co., "Hotmaps"-Geschäftsführer Michael Weber zeigt Googles Streben nach Marktvereinnahmung, sowohl der Blogger Martin Weigert als auch Wirtschaftspublizist Wolf Lotter schreiben über die gefährliche Neigung der Sozialen Medien, den anderen nur nach dem Mund zu reden, und Politologe Wolfgang Glass thematisiert die Vorzüge der gedruckten Presse.

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