Stromnetz 4.0: Versorgung sichern heißt Netze ausbauen

Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft diskutierten die Zukunft des Stromnetzes

Wien (OTS) - Die Zukunft der Stromversorgung sowie die Auswirkungen des Ausbaus erneuerbarer Energien auf die Versorgungssicherheit standen im Mittelpunkt der Veranstaltung "Stromnetz 4.0: Fit für die Energie-Zukunft?" des Forum Versorgungssicherheit in Kooperation mit dem Bundesministerium für Wirtschaft, Forschung und Wissenschaft (BMWFW) am 4.11.2014 in Wien. Nach einer Keynote von Vizekanzler und Bundesminister Reinhold Mitterlehner diskutierten Gerhard Christiner, Vorstandsdirektor Austrian Power Grid, Manfred Hofer, Geschäftsführer Netz Oberösterreich, Josef Plank, Präsident Erneuerbare Energie Österreich, Christian Schönbauer, Sektionschef Energie und Bergbau im BMWFW und der Wissenschaftler Wolfram Wellßow von der TU Kaiserslautern unter der Moderation von Christof Zernatto, Vorstandsmitglied und Sprecher des Forum Versorgungssicherheit. Zentrales Ergebnis der Diskussion: Die nächsten großen Investitionen müssen in den Ausbau der Netze gehen, damit die Strategien in der Energie- und Umweltpolitik aufgehen können.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien, die Notwendigkeit von höherer Energieeffizienz sowie die Abschaltung zentraler verbrauchsnaher Kohle- und Gaskraftwerke erfordern auch einen entsprechenden Um- und Ausbau der Stromnetze. Aufgrund des tiefgreifenden Transformationsprozesses der europäischen E-Wirtschaft durch die Energiewende ist auch ein Modernisierungs- und Investitionsschub bei der Infrastruktur notwendig, um Österreichs hohe Versorgungssicherheit auch in Zukunft gewährleisten zu können.

Die europäische Netzinfrastruktur für die neuen Herausforderungen fit zu machen, ist daher ein Gebot der Stunde. "Die Energiewende kann nicht im nationalen Alleingang gestemmt werden, sondern muss auf europäischer Ebene und mit den Nachbarländern stärker abgestimmt werden. Nur mit guten Rahmenbedingungen können wir die Vorteile optimal nützen", sagte Wirtschafts- und Energieminister Reinhold Mitterlehner in seinem Eingangsstatement. "Wir wollen auch in Zukunft eine leistbare und sichere Stromversorgung sichern, um die österreichische Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Wir müssen gerüstet sein, wenn die Konjunktur wieder anzieht", betonte Mitterlehner.

Wolfram Wellßow, Inhaber des Lehrstuhls für Energiesysteme und -management an der Technischen Universität Kaiserslautern: "Die Energiewende findet am Land statt, nicht in der Stadt. Strom aus erneuerbaren Energien boomt, doch der Ausbau der Netz-Infrastruktur, vor allem der Verteilernetze, hinkt hinterher." Weiters merkte Wellßow an, dass alle wirtschaftlich und technisch verfügbaren Speicherformen genutzt werden müssten und es vor allem den Einsatz neuer Technologien brauche, um die Versorgungssicherheit im Energiesystem der Zukunft gewährleisten zu können.

Der gemeinsame Schluss der Gesprächsteilnehmer: Um zu einem echten Stromnetz 4.0 zu werden, brauchen Übertragungs- und Verteilernetze dringend einen Reset. "Die wesentlichen Treiber für den Netzausbau sind Planungssicherheit für die Unternehmen sowie die Akzeptanz in der Bevölkerung", bringt Christof Zernatto die Ergebnisse der Diskussion auf den Punkt und wies in diesem Zusammenhang auch auf die Rolle des Forum Versorgungssicherheit hin, das auch weiterhin den Dialog zwischen Gesellschaft, Politik und der Energiebranche pflegen und fördern werde.

Bilder von der Veranstaltung finden Sie hier:
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Das Forum Versorgungssicherheit ist ein gemeinnütziger Verein. Er setzt sich für die langfristige Sicherung und Erhaltung der hohen Qualitätsstandards der österreichischen Energie- und Wasserversorgung ein. Das Forum wird bereits von mehr als 200 bedeutenden Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Sport getragen. Details zum Forum Versorgungssicherheit:
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