Christian Ragger: Kärnten kann bei Ärzten viel verlieren

Jetzt rächt sich SP-Personalbesetzung in der KABEG - Lohnerhöhung könnte für das Land sogar billiger sein

Klagenfurt (OTS) - "Wenn man sich vor Augen führt, dass die Spitalsfinanzierung zu einem guten Teil davon abhängt, wie viele medizinische Leistungen erbracht werden, kann eine Ärzte-Gehaltserhöhung fürs Land billiger sein, als wenn Ärzte ab 1. Jänner Dienst nach Vorschrift machen", erklärt der Obmann der Kärntner Freiheitlichen LR Mag. Christian Ragger. 2013 erwirtschaftete man in allen Landesspitälern 380 Millionen Leistungspunkte (LKF-Punkte), von denen jeder mit 65 Cent honoriert wird. Das bedeute Einnahmen von 247 Millionen Euro. Wenn die Ärzte um 30 Prozent (48 statt 72 Stunden) weniger arbeiten und damit auch die LKF-Punkte im selben Maß schrumpfen, drohen bis zu 70 Millionen Euro Einnahmenverluste. So gesehen könnte eine Anhebung der Ärzte-Grundgehälter billiger sein, als wenn durch einen ärztlichen Dienst nach Vorschrift die LKF-Punkte dramatisch sinken.

"Das muss man bei den Verhandlungen im Auge behalten", meint Ragger. Für ihn rächt sich jetzt auch die SPÖ-Personalie in der KABEG. "Vorstandschef Gabriel ist mehr parteipolitisch orientiert, als dass er solche Fakten sachlich aufbereitet. Er vergiftet damit auch das Verhandlungsklima mit den Ärzten", so Ragger. Man müsse auch bedenken, was ein flächendeckender 48-Stunden-Dienst nach Vorschrift für die Patienten bedeutet. In den drei größten Landesspitälern werden jährlich 110.000 Patienten stationär aufgenommen. 30 Prozent weniger ärztliche Leistung hätte zur Folge, dass 30 Prozent davon -35.000 Patienten pro Jahr - erst nach viel längerer Wartezeit versorgt werden können.

Ragger vermisst in der Debatte solche Fakten. "Es wäre jedenfalls mit den Ärzten zu klären, wie wir es schaffen, mit aufgrund des neuen Arbeitszeitgesetzes reduzierter Anwesenheit von Medizinern die hohen LKF-Zahlen und Einnahmen zu halten. Der Missstand, dass Ärzte mehr als 30 Prozent ihrer Arbeitszeit vor dem Computer und nicht beim Patienten verbringen, müsse beseitigt werden. Und man wird auch darüber reden müssen, warum in Kärnten die so hoch gelobte Gesundheitsform, weil die angestrebte Verlagerung von stationären Leistungen in den niedergelassenen Bereich überhaupt nicht funktioniert, sondern sogar eine massive gegenteilige Entwicklung feststellbar ist, womit wiederum der Druck auf die Spitäler steigt".

Ragger schlägt auch eine Gegenfinanzierung für höhere Ärztegehälter vor: "Wir müssen das jetzige System bei den Sondergebühren radikal ändern. Kärnten bekommt von den Zusatzversicherungen am wenigsten Geld von allen Bundesländern und zahlt überdies als einziges Bundesland für die Sondergebühren Umsatzsteuer in Millionenhöhe. "Da könnte man sich bis zu 20 Millionen einsparen, wenn die Ärzte die Honorare selbst verhandeln und die Spitäler einen Infrastrukturanteil davon bekommen", teilt Ragger mit. "Vermutlich wird die rot-grün-schwarze Koalition auch hier nicht die Kraft zu einer Reform haben. Lieber riskiert man einen Ärztestreik und eine Versorgungskrise", befürchtet er abschließend.

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