Neurorehabilitation: "Das Gesundheitspotential der Patienten konsequent ausschöpfen"

Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Neurorehabilitation in Graz

Graz/Wien (OTS) - 5.November 2014 - "Der Bedarf an Neurorehabilitation steigt beständig an. Die akutmedizinische Versorgung nach Schlaganfällen oder Unfällen wird immer besser, immer mehr Patienten überleben. Allerdings benötigen viele Rehabilitationsmaßnahmen, die ihnen die Rückkehr in ein im Idealfall wieder normales Leben ermöglichen", sagt Prim. Univ.-Prof. Dr. Walter Oder (Wien), Präsident der OeGNR.

Schwerpunkt dieser Neurorehabilitation sind Übungstherapien wie Physio- und Ergotherapie, Logopädie, neuropsychologisches Training, Sehschule etc. Die Rehabilitation sollte möglichst früh beginnen. Ziel ist die bestmögliche Rückbildung der entstandenen Schäden, oder den Patienten zumindest das Leben mit den entstandenen Defiziten zu erleichtern. Die Ziele hängen von der Art der Erkrankung oder Verletzung und von der individuellen Situation des Patienten ab. Prof. Oder: "Bei jungen Menschen geht es nach akuten Ereignissen darum, sie vollständig wiederherzustellen. Im Idealfall kann man Patienten dorthin zurückbringen, wo sie vor dem Unfall oder vor der Erkrankung gestanden sind, mit möglichst wenig verbleibenden Defiziten. Das gelingt natürlich nicht immer, aber junge, gesunde Menschen haben die besten Chancen, sich beispielsweise von einer Kopfverletzung wieder komplett zu erholen." Je älter ein Patient und je schwerer die Verletzung oder Schädigung ist, desto ungünstiger die Prognose.

Es muss für jeden Patienten ein individueller Plan erstellt und die Prognose individuell betrachtet werden. Dabei helfen auch CT und MRT sowie neurophysiologische Untersuchungen, mit denen festgestellt wird, wie schwer die entstandenen Schäden am Gehirn und Nervensystem sind. "Ausgehend von den Befunden geht es dann darum, das Gesundheitspotential, das diesem Menschen innewohnt, zu erreichen", so Prof. Oder. "Neurorehabilitation kann Wochen, Monate, Jahre dauern."

Neben akuten Erkrankungen und Verletzungen betrifft die Neurorehabilitation auch chronische Erkrankungen des Nervensystems wie Epilepsie, MS oder Morbus Parkinson.

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