Filmfonds Wien: Sicheritz-Satire und weitere Kinofilme gefördert

Förderzusagen des Filmfonds Wien zur 4. Jurysitzung 2014

Wien (OTS) - Die Herstellungszusagen der aktuellen Förderrunde bringen globalpolitische und soziale Themen auf das Tableau: die Nahostkrise etwa oder das Aufwachsen in und der Umgang mit kultureller Diversität. Neues von Harald Sicheritz und ein erstes Projekt aus der Feder von Josef Hader finden sich in der Liste fiktionaler Projekte. Im Dokumentarfilmbereich wurden unter anderem Arbeiten von Antonin Svoboda und Sebastian Brameshuber gefördert. Bei der vierten Sitzung im Jahr 2014 erteilte die Jury, bestehend aus Gabor Greiner, Peter Jäger, Alessandra Thiele, Andrea Willson und Gerlinde Seitner, insgesamt 14 Projekten eine Zusage - eine Fördersumme in Höhe von 1.186.338 Euro wurde vergeben.

Sechs Projekte erhalten Herstellungsförderung in Gesamthöhe von 1.006.000 Euro.

Frieden in Nahost - eine prinzipiell, jedoch nicht für alle willkommene Situation. Mit satirischem Blick begegnet Harald Sicheritz in seinem neuen Projekt BAUMSCHLAGER dieser Fiktion in einer Krisenregion, in der die Menschen nur wenig Vorstellung davon haben, wie es ist, in Frieden zu leben. So gerät der liebenswerte, doch etwas tollpatschige österreichische UNO-Offizier Werner Baumschlager bald unter Generalverdacht und zwischen alle Fronten. Wahre Ursache seines Versteckspiels sind jedoch die Frauen. Der Stoff des Films stammt von der jungen israelischen Autorin Maayan Oz, nach einer Idee von Micha Shagrir. Die schwarze Komödie ist eine österreichisch-israelische Koproduktion der Dor Film mit Thomas Stipsits und Gerti Drassl in den Hauptrollen.

Der gesellschaftliche Umgang mit den restriktiven religiösen Dogmen und strengen moralisch-sittlichen Vorschriften in der iranischen Metropole ist das Thema des Films TEHERAN TABU. Ali Soozandeh rückt in seinem Debütfilm die Lebenswelten unterschiedlicher Jugendlicher in den Fokus und bietet dadurch facettenreiche Einblicke. Visuell orientiert sich die deutsch-österreichische Ko-Produktion der coop99 an Graphic Novel und Animationsfilm, umgesetzt wird das Sozialdrama in Wien und NRW.

Der siebzehnjährige Phil sucht seinen Platz in der Welt: zwischen Vergangenheit und Familiengeheimnissen, dem eigenen Erwachsenwerden und einem unaufgeregten Umgang mit der eigenen Homosexualität. Regisseur Jakob Erwa verfilmt Andreas Steinhöfels erfolgreichen Coming-of-Age-Roman DIE MITTE DER WELT, der seit seinem Erscheinen im Jahr 1998 in viele Sprachen übersetzt wurde. Prisma Film ist Koproduktionspartnerin der deutschen Neue Schönfelder Filmproduktion.

Die israelische Wüste Negev besticht nicht nur durch ihre spektakuläre Landschaft, sie ist ein Ort der Gegensätze und Extreme, Heimat zweier unterschiedlicher Kulturen. Michael Pfeifenbergers Dokumentarfilm DESERT KIDS führt in den Alltag einer Gruppe Jugendlicher im Spannungsfeld permanenter Kriege und Krisen - eine Produktion von Plan C Film.

STORYTELLING begleitet fünf Familien mit Neugeborenen, mit Blick auf das Thema "Schrei-Babies", den Start ins Leben und die erste, nonverbale Sprache jeder menschlichen Existenz, die sich nicht durch Worte, sondern durch Emotionen und Laute vermittelt. Filmemacher Antonin Svoboda behandelt aktuelle Studien und therapeutische Ansätze - eine Produktion der coop99.

In Anlehnung an die Figur des Jack Unterweger beschreibt das Psychodrama JACK die Geschichte einer tragischen Resozialisierung. Nach einem brutalen Mord und langer Haft startet Jack eine erfolgreiche Journalisten-Karriere, als eine Mord-Serie ihn zum Ziel der Ermittler macht. Für Drehbuch und Regie der epo-film-Produktion ist Elisabeth Scharang verantwortlich, die Hauptrollen übernehmen Johannes Krisch und Birgit Minichmayr. Der Film erhält eine Mittelerhöhung.

Acht Projekte erhalten Projektentwicklungsförderung in Gesamthöhe von 140.338 Euro.

Marko und Fadi, zwei charmante Wiener mit sogenanntem Migrationshintergrund täuschen für eine TV-Doku-Serie erfolgreich vor, arbeitslose Kleinkriminelle aus den "Ausländerbezirken" Wiens zu sein:
DIE MIGRANTIGEN, eine politisch unkorrekte Komödie über moderne Klischees von Arman T. Riahi, Aleksandar Petrovic, Faris E. Rahoma und den Golden Girls.

Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller: Josef Hader arbeitet mit DIE WILDE MAUS an seinem ersten eigenen Kinofilm, einer Tragikomödie um einen Musikkritiker, der nach seiner Kündigung nach Rache sinnt und zudem an einer neuen Karriere als Betreiber einer Prater-Achterbahn arbeitet.

Markus Schleinzer arbeitet mit ANGELO an seinem zweiten Spielfilm, einem historischen Drama über die Figur des Angelo Soliman, der im 18. Jahrhundert als Afrikaner an den Wiener Hof kam und in der Adelsgesellschaft zu Berühmtheit gelangte. Das Projekt erhält eine Mittelerhöhung.

Neben genannten fiktionalen fiktionalen Projekten fördert der Filmfonds Wien die Projektentwicklung einer Reihe von Dokumentarfilmen: Sebastian Brameshuber folgt in EISENSTRASSE den verschlungenen Exportwegen von Autos in Zweit- und Drittweltländern. BROT UM JEDEN PREIS von Harald Friedl handelt vom Verdrängungswettbewerb in der Backindustrie und der Bäckerei der Zukunft. Stefan Bohun stellt in BRUDER JAKOB, SCHLÄFST DU NOCH? die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Behandlung von Depressionen mit Psychopharmaka anlässlich eines persönlichen Schicksals. KINO, KINO, KINO ist ein Film von Paul Rosdy über die Wiener Kinogeschichte von der ersten Präsentation 1896 bis zur aktuellen Situation. Einen kritischen Blick auf das moderne menschliche Paarungsverhalten im Internet wirft Andrea Eder in BEZIEHUNGSSTATUS SINGLE.

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