Wiener SPÖ: Vorwürfe an Omar Al-Rawi entbehren jeder Grundlage

Übersetzung "völlig sinnentstellend und falsch" - Urheber politischer Aktivist und laut BMJ kein beeideter Dolmetscher

Wien (OTS/SPW) - Zur Kritik in manchen Medien und der Opposition am Wiener SPÖ-Abgeordneten Omar Al-Rawi, er setze das Islamgesetz mit dem Gaza-Krieg gleich, stellt LAbg. Georg Niedermühlbichler, Wiener SPÖ-Landesparteisekretär, fest: "Die angeblich beeidete Übersetzung ist eine freie Interpretation aber keine Übersetzung. Darüber hinaus ist die Interpretation auch noch völlig sinnentstellend und falsch." Auf Auftrag der SPÖ Wien hat sich der gerichtlich beeidete Wiener Dolmetscher Mohamed Mabrouk mit dem Interview befasst und eine beeidete Übersetzung vorgelegt. Hier der Vergleich, zunächst die den Medien vorliegende Interpretation: "Omar Al-Rawi vergleicht die israelische Aggression in Gaza mit dem neuen islamischen Gesetz in Österreich. Er tätigt die Aussage, dass das neue islamische Gesetz in Österreich mit der israelischen Aggression in Gaza gleichzusetzen ist und die Moslems haben im Gaza gegen die israelische Aggression demonstriert."****

Die Übersetzung des gerichtlich beeideten Dolmetschers Mohamed Mabrouk: Al-Rawi erklärte in dem Interview für den Korrespondenten des Nahost-Nachrichtendienstes in Wien, dass die Islamische Gemeinschaft in Österreich gegen das Gesetz und die darin enthaltenen Fehler berufen wird. Er ist der Meinung, dass sich die Islamische Gemeinschaft in Österreich im Falle einer erfolglosen Berufung gezwungen sehen wird, sich an den Verfassungsgerichtshof zu wenden. Al-Rawi gibt weiter an: "Es kann durchaus sein, dass die Demonstrationen der Islamischen Gemeinschaft gegen dieses Gesetz nicht die richtige Reaktion waren". Er bekräftigte, dass man sich auf zeitgemäße und gesetzliche Instrumentarien konzentrieren muss. Manche meinen, die Islamische Gemeinschaft muss die Vorgehensweise gut abwägen, insbesondere in Anbetracht früherer Angelegenheiten, an denen sie gemessen wird und bei denen mit zweierlei Maß gemessen wurde. Er führte an, dass die islamische Gemeinschaft gegen die Angriffe auf Gaza demonstriert hat und erklärt, dass viele in der islamischen Community glauben, dass die aktuellen Geschehnisse um nichts weniger wichtig wären als die Gaza-Frage.

Mohamed Mabrouk, der für die SPÖ übersetzt hat, ist übrigens tatsächlich gerichtlich beeideter Dolmetscher und findet sich auch in der Liste des Österreichischen Verbandes der allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Dolmetscher. Der Dolmetscher der den Medien zugespielten "Übersetzung" findet sich aber nicht in dieser Liste und ist laut Auskunft des Justizministeriums auch kein beeideter Übersetzer. Wie eine schnelle Google-Recherche ergibt, ist der Mann ein politischer Aktivist und zwar Obmann des Vereins Internationaler Kopten.

Zudem stellt Gemeinderat Omar Al-Rawi fest, dass es sich bei dem Interview um eine nicht autorisierte Fassung handelt und dass es ihm selbstverständlich fernsteht, den Gaza-Krieg mit dem Islamgesetz gleichzusetzen. Er hat lediglich die Wichtigkeit des Themas für ihn und die muslimische Community angeführt. (Schluss)

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