Stadtplanung Wien: Donaustadt bekommt neue Hauptallee - Hochhauskonzept wird strenger

Wien (OTS) - In der nächsten Sitzung der Wiener Stadtentwicklungskommission am 11. November 2014 wird der Grünplan rund um die neu geplante "Hirschstettner Hauptallee" sowie das neue Hochhauskonzept thematisiert.

Hirschstettner Hauptallee

Mit den Entwicklungsgebieten Berresgasse und Heidjöchl/Pfalzgasse liegen zwei wesentliche Entwicklungsschwerpunkte der Stadterweiterung im Einzugsbereich der Linie U2 nordwestlich der Seestadt. Um für diese Stadterweiterungsgebiete die Grünraumversorgung sicherzustellen wurde aufbauend auf dem Strategieplan für das Zielgebiet U2 Donaustadt und den ersten Planungsüberlegungen für das Stadterweiterungsgebiet Berresgasse ein lokaler Grünplan erstellt.

Frühzeitig sollen hier die Ansprüche formuliert werden, die die Stadt an die Grünraumausstattung für diesen Bereich hat, um klare Vorgaben für die weiteren Planungsschritte zu haben. Der Freiraum bildet den Rahmen, innerhalb dessen die städtebauliche Planung erfolgen soll.

Der vorgeschlagene Grünplan umfasst neben den übergeordneten Grünzügen, welche das Gebiet mit dem Badeteich und der Seestadt verbinden und die bis zu 60m Breite aufweisen, auch ein zentrales prägendes Element: Die Hirschstettner Hauptallee. In Verlängerung der Berresgasse soll hier ein durchgrünter Straßenraum entstehen, der das Rückgrat dieser Stadtentwicklung darstellt.

Die ersten städtebaulichen Konzepte zum Stadterweiterungsgebiet Berresgasse wurden bereits im Frühjahr mit den lokalen BürgerInnen diskutiert. Aufbauend auf den Rückmeldungen wird die Planung unter Einbeziehung der AnrainerInnen überarbeitet.

Neues Hochhauskonzept

Ein weiteres Thema der STEK wird das Hochhauskonzept der Stadt Wien sein. Da sich in den letzten Jahren wesentliche Rahmenbedingungen verändert haben, wurde ein neues Hochhauskonzept erarbeitet. Das bestehende Konzept wurde geschärft, präzisere Kriterien festgelegt. So soll sichergestellt werden, dass jede mögliche Errichtung eines Hochhauses genauer als bisher geprüft werden kann.

Prof. Christoph Luchsinger von der TU Wien wurde von der Wiener Stadtplanung mit der Projektleitung der neuen Hochhausleitlinien beauftragt. Vor allem in drei Punkten wurden Schärfungen vorgenommen:
in der Strukturierung des Planungsprozesses, in der Analyse der Standorte und in der Darstellung des öffentlichen Mehrwertes. Dabei soll in den Leitlinien die Einbindung der BürgerInnen und der begleitende Qualitätssicherungsprozess verbessert werden.

Wien besteht aus sehr unterschiedlichen Gebieten, wie beispielsweise dem Gürtel, der Donauplatte, dem Wiental oder den gründerzeitlichen Zonen. Das bestehende Hochhauskonzept nimmt in der Beurteilung von potentiellen Standorten keine Ausdifferenzierung dieser unterschiedlichen Gebiete vor. Zentrale Herangehensweise der neuen Hochhausleitlinien wird sein, verschiedene Stadtbereiche zu definieren, für die spezifische Kriterien zur Beurteilung gelten werden, ob ein Standort für ein Hochhaus geeignet ist oder nicht.

Auch ein strukturierter Planungsprozess mit aufeinander aufbauenden Meilensteinen wird Teil der Leitlinien sein. Dabei sollen grundsätzliche Parameter wie stadtstrukturelle Integration, Verkehrsanbindung, Nutzungsstruktur (insbesondere im Bereich der Erdgeschoßzone) oder notwendige positive Auswirkungen auf das Umfeld im Vorfeld genauestens untersucht werden.

Nur bei grundsätzlich positiver Bewertung aller Kriterien kann ein verpflichtendes, qualitätssicherndes Verfahren unter Einbindung der Bevölkerung erfolgen. Dabei muss auch die städtebauliche und sozialräumliche Verträglichkeit nachgewiesen sowie Wind- und Beschattungswirkungen berücksichtigt werden. Der öffentliche Mehrwert muss genau definiert und vertraglich festgehalten werden. Erst auf Basis aller Nachweise ist eine entsprechende Umsetzung möglich. Die gesamte Planungsphase soll von einem laufenden Qualitätssicherungsprozess begleitet werden.

Eine erste Hochhausstudie gab es für die Stadt Wien bereits 1991 und mit den bestehenden Hochhausleitlinien 2002 ist erstmals ein verbindlicher Rahmen für die Entwicklung von Hochhäusern geschaffen worden. Auf Basis dieses Konzeptes sind in den letzten Jahren einige Hochhäuser entwickelt und gebaut worden. Baurechtlich betrachtet gelten Gebäude über einer Höhe von 35 Metern als Hochhäuser. Das bedeutet, dass sich in Wien mehr als 250 Hochhäuser befinden - vom Ringturm über das Hochhaus in der Herrengasse bis zum Millenium Tower. Hochhäuser sind folglich nichts Neues für Wien, für den Planungsprozess sollen jedoch künftig genauere Regeln gelten.

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