NÖ Bauernbund: Österreichische Milch darf kein Schleuderprodukt im Handel sein

Tanner: Skandalöse Aktionspreise können bäuerliche Betriebe ruinieren

Wien (OTS) - Mit einigem Befremden hat NÖ Bauernbunddirektorin Klaudia Tanner die heute bekannt gewordene Milch-Schleuderaktion einer großen Lebensmittelkette aufgenommen. Zwei Einkaufstage lang will die Diskonterkette Zielpunkt den Konsumenten in 300 Filialen, vorrangig in Niederösterreich, Wien und dem Burgenland, Schärdinger-Haltbarmilch mit einem 50%-Rabatt statt um EUR 1,09 um nur 54 Cent anbieten. "Schon im September hat ein großer Lebensmittelkonzern, der Nachhaltigkeit predigt, die Milch in einem seiner Unternehmen verschenkt. Nun versucht sich ein Konzern erneut in diesem anscheinend unverzichtbaren Preis-Dumping-Bewerb, nur um mit einer 'Geiz ist geil'-Mentalität Kunden anzulocken", zeigt sich Tanner alarmiert über diese skandalösen Preisaktionen des Lebensmittelhandels. Derartige Schleuderkampagnen könnten nämlich den aufgrund der Russland-Importsperren herrschenden Marktdruck weiter erhöhen und zulasten der Landwirte in einem Preisverfall für bäuerliche Produkte münden sowie bäuerliche Betriebe letztendlich ruinieren.

"So ein Verhalten ist alles andere als nachhaltig. Lebensmittel, die Österreichs Bauern und Verarbeitungsbetriebe erzeugen, sind viel zu wertvoll, um verschleudert zu werden, denn der Preis der kostbaren Produkte bestimmt letztlich die Methode der Herstellung", verlangt Tanner ein sofortiges Aussetzen dieser Aktion. Darum werde auch der Niederösterreichische Bauernbund die "Aktion scharf" des Österreichischen Bauernbundes gegen Schleuderangebote im Lebensmitteleinzelhandel zur vollen Gänze mittragen, schließt Tanner auch Protestkundgebungen nicht aus.

Schon im September hatten Bauernbundmitglieder vor der Filiale einer Lebensmittelkette in Ruprechtshofen gegen Milch-Schleuderaktionen demonstriert. Besonders enttäuscht zeigt sich Tanner von der Tatsache, dass die Pfeiffer-Handelsgruppe, die Zielpunkt übernommen hat, noch im September aus eigenem Antrieb für einen Schulterschluss zwischen Handel, Produzenten und Bauern in Bezug auf die Lebensmittelwertigkeit plädiert hat und sich damals gegen das Verschleudern von Nahrung ausgesprochen hat.
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