Industrie: ÖGB macht es sich mit Lohnsteuersenkung zu einfach

IV-GS Neumayer: Echte Steuerstrukturreform muss auch Unternehmen entlasten - Senkung der Arbeitszusatzkosten für Menschen und Unternehmen wichtiger Hebel für Wachstum

Wien (OTS/PdI) - "Die vom ÖGB immer wieder geforderte Senkung der Lohnsteuer ist auch eine Forderung der Industrie, denn den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern muss endlich mehr Netto vom Brutto übrigbleiben. Allerdings ist mit einer bloßen Lohnsteuersenkung das Problem nicht gelöst - die ÖGB-Forderung ist somit zwar richtig, greift aber viel zu kurz", hielt der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, heute, Donnerstag, anlässlich der Bekanntgabe des Endergebnisses der ÖGB-Unterschriftenaktion zur Lohnsteuersenkung fest. Dass viele Menschen unterschrieben haben, zeige deutlich, wie groß die Erwartung an eine Steuerstrukturreform sei. "Eine solche spürbare Entlastung muss aber auch unternehmensseitig - also gesamthaft bei den Arbeitszusatzkosten - erfolgen, wenn sie nachhaltig und sinnvoll sein soll", so Neumayer weiter. Schließlich habe der Abgabenkeil zwischen den Arbeitszusatzkosten und dem Nettogehalt eines durchschnittlichen Industriebeschäftigten im Jahr 2013 49,1 Prozent betragen. Davon mache die Lohnsteuer mit 12,6 Prozentpunkten gerade einmal ein Viertel aus. Fast drei Viertel seien auf die Sozialversicherungsbeiträge von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite sowie sonstige Lohnsummenabgaben zurückzuführen. "Will man insbesondere Geringverdiener entlasten, muss man daher bei einer Senkung der Sozialversicherungsbeiträge ansetzen", so Neumayer. Alleine durch Effizienzsteigerungen gäbe es hier schon beträchtliche Einsparungspotenziale, ohne das Budget zu belasten.

"Die enormen Kosten, die ein heimisches Unternehmen durch den Faktor Arbeit derzeit belasten, sind im internationalen Vergleich ein immenser Wettbewerbsnachteil", stellte Neumayer klar, und fügte hinzu: "Wir müssen diesen Nachteil endlich beseitigen und wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen schaffen, die Unternehmen motivieren, wieder verstärkt in Österreich statt im Ausland zu investieren. Nur so können wir Wohlstand und vor allem Arbeitsplätze im Land halten. Insbesondere in konjunkturell schwierigen Zeiten, wie wir sie derzeit erleben, brauchen wir strukturelle Verbesserungen für jene, die Arbeitsplätze schaffen. Und das sind die Unternehmen in diesem Land." Eine tiefgreifende Steuerstrukturreform, aber vor allem die Senkung der Arbeitszusatzkosten, sei dafür der entscheidende Hebel. "Das heimische Steuersystem muss grundsätzlich auf neue Beine gestellt werden, indem wir Menschen und Unternehmen spürbar entlasten. Die IV hat mit 'FAIRSteuern' dazu das mit Abstand umfangreichste Steuerstrukturkonzept, mit klarer und bis ins Detail dargestellter Gegenfinanzierung, erarbeitet", so Neumayer, der abschließend betonte: "Weniger Lohnsteuer ist zu wenig - denn das allein bringt sicher nicht mehr Arbeitsplätze."

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