VÖZ-Präsident Kralinger: "Kaufzeitungen und -magazine sichern 16.000 Arbeitsplätze"

IHS-Studie zur wirtschaftlichen Bedeutung der VÖZ-Mitgliedsmedien - Keuschnigg: "Presseförderung ist Förderung für Presse- und Meinungsvielfalt"

Wien (OTS/VÖZ) - Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) präsentierte am Donnerstag eine umfassende Studie des Institutes für Höhere Studien (IHS) zur wirtschaftlichen Bedeutung der VÖZ-Mitgliedsmedien. "Zeitungen und Magazine erfüllen nicht nur gesellschaftliche Funktionen, sondern bewirken auch wirtschaftliche Effekte in Österreich. Die VÖZ-Mitgliedsmedien sichern mehr als 16.000 Arbeitsplätze in Österreich und überweisen jährlich knapp 470 Millionen Euro an den Fiskus", betonte VÖZ-Präsident Thomas Kralinger bei der Präsentation der Studienergebnisse.

Sowohl die Steuerleistungen als auch die Arbeitsplätze würden zum überwiegenden Teil an den Print-Produkten hängen. "Hier wird es in den nächsten Jahren an den Medienhäusern liegen, nach dem viel beschworenen Prinzip "Trial and Error" das Prinzip Zeitung in der digitalen Welt auf ein solides wirtschaftliches Fundament zu stellen. Doch jeder Häuslbauer weiß, ein Fundament lässt sich nur auf festem Untergrund bauen. Das sind am Medienmarkt unter anderem Rahmenbedingungen im Urheberrecht, also Leistungsschutzrechte und Datenschutz. Aber auch öffentliche Investitionen in die Infrastruktur der Demokratie. Genauso wie die Wohnbauförderung die Substanz der Bauten weiterentwickelt und auch neuen Wohnraum schafft, sind die Mittel der Presseförderung eine gute Anlage in die Nachhaltigkeit unserer Demokratie. Wenn man das Instrument der Presseförderung zusätzlich weiterentwickelt, wie das auch vom IHS angedacht wird, könnten damit Innovationen im Online-Bereich gefördert werden. Hier erwarten wir uns als nun ausgewiesene wirtschaftliche Leistungsträger dieser Republik Handlungen seitens der Politik."

Keuschnigg: "Presse wird in Österreich verhältnismäßig wenig gefördert"

IHS-Direktor Christian Keuschnigg bezeichnete Presseförderungsmaßnahmen als "Förderung der öffentlichen Güter Presse- und Meinungsvielfalt" und präsentierte einen internationalen Vergleich der Presseförderungsmaßnahmen. "Es ist in Europa üblich, die Presse durch direkte beziehungsweise indirekte Förderungen zu unterstützen. Die österreichische Presse wird im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wenig gefördert. Vergleicht man die direkten Förderungen und Mehrwertsteuerreduktionen für Zeitungen und Zeitschriften mit den Umsätzen der Medienhäuser, zeigt sich, dass Österreich zu jenen Ländern gehört, in denen der Anteil der Förderungen gemessen am Umsatz am niedrigsten ist. Der Anteil dieser Förderungen am Umsatz der Zeitungen und Magazine beträgt in Österreich etwa 5,2 Prozent. In Frankreich, Schweden und Dänemark ist der Anteil mehr als doppelt so hoch. In Italien kommen sogar etwa 13,4 Prozent der Umsätze aus Förderungen."

Marktdominanz von Online-Unternehmen hat direkte Auswirkungen auf Erlöse der Presse

Weiters analysierte das IHS die externen Wettbewerbsfaktoren für Presseverlage speziell für den heimischen Online-Medienmarkt. Als problematisch für den ökonomischen Erfolg von journalistischen Angeboten wird vor allem das niedrige Niveau der Online-Anzeigentarife erachtet. "Das hat auch mit dem Umstand zu tun, dass laut Schätzungen alleine durch Google 150 bis 180 Mio. Euro an Werbung vom österreichischen Werbemarkt abgezogen werden. Die angespannte konjunkturelle Lage tut zum Rückgang der Anzeigenmärkte sein Übriges", so Keuschnigg. Der Einfluss internationaler Online-Konzerne wird als kritisch analysiert. "Faktisch wird rund 30 Prozent des Traffics auf Online-Portalen von Presseverlagen über Google generiert, rund 90 Prozent der Internetnutzer verwenden hierzulande Google als Suchmaschine. Diese Marktdominanz eines Unternehmens beeinflusst die Wettbewerbsverhältnisse am Medien- bzw. Werbemarkt und wirkt sich somit auf Vertriebs- und Werbeerlöse von Presseverlagen aus. Das wird noch durch den Umstand verschärft, dass etwa Google Nachrichteninhalte von Presseverlagen in News-Plattformen unentgeltlich nutzen kann."

Grünberger: Erster umfassender Überblick über wirtschaftliche Situation der Medien

VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger betonte abschließend: "Mit dieser Studie legen wir erstmals einen faktenbasierten Überblick über das wirtschaftliche Umfeld der Medienhäuser in Österreich vor. Diese skizziert die Herausforderungen, vor denen Medienhäuser stehen. Dabei liegt es in erster Linie an den Medien selbst, ihre Geschäftsmodelle weiter zu entwickeln. Aber die Untersuchung gibt auch klare Handlungsempfehlungen für die Politik. Gerade beim Leistungsschutzrecht erwarten wir uns, dass die heimische Regierung dem Diktat der Internetmonopolisten nicht Folge leistet, sondern ein Leistungsschutzrecht auf den Weg bringt, das den Content-Produzenten einen besseren Schutz bietet."

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