SWV-Matznetter: Wenig Sparpotential bei Fusion der Sozialversicherungsträger

Reformbedarf bei 20 prozentigem Selbstbehalt

Wien (OTS) - Die jährlichen Verwaltungskosten der österreichischen Sozialversicherungsträger betragen rund 2,5% der Gesamteinnahmen. "Die gesetzliche Sozialversicherung braucht mit diesem Wert keinen internationalen Vergleich zu scheuen. Ich sehe hier wenig Einsparungspotential in diesem Bereich", entgegnet der Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbands (SWV) Christoph Matznetter der aktuellen Debatte um die Zusammenlegung der Sozialversicherungsträger. ****

Matznetter bemerkt weiter, dass die Diskussion über das Zusammenschrumpfen von Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung zu einer Einheit auf der Stammtisch-Ebene geführt wird, "Besonders wenn man kein ausgearbeitetes Fusionskonzept vorlegen kann. Eine Monsterorganisation ist nicht unbedingt wirtschaftlicher, daher muss man vorher prüfen, ob und wie hoch das Sparpotential bei einer Zusammenlegung sein könnte und ob dadurch nicht sogar ein Mehraufwand entstehe. Wirklich effizient wäre es, sich eine politische Zielsetzung und Strategie zu überlegen, bevor man populistische Töne spuckt." Daher begrüßt er, dass die Bundesregierung eine Studie in Auftrag geben will, in der Effizienzpotenziale insbesondere im Bereich Beschaffung und Verwaltung ermittelt werden.

20 prozentigen Selbstbehalt abschaffen

Wo die Sozialversicherung Reformbedarf hat, ist den Unterschied zwischen den Versicherten aufzuheben. Selbstständige müssen für sich und ihre Mitversicherten noch immer einen 20 prozentigen Selbstbehalt bei jedem Arztbesuch bezahlen. Wenn Selbstständige aus Kostengründen etwa Vorkontrollen meiden und erst in letzter Sekunde zum Arzt gehen, bleiben sie auch länger krank. "Selbstständige zahlen in derselben Höhe wie alle anderen in das Sozialversicherungssystem ein, daher müssen sie auch Anspruch auf volle Leistungen erhalten. Ihre Gesundheit darf nicht mehr von ihren finanziellen Mitten abhängen. Der Selbstbehalt muss daher dringend abgeschafft werden", so der SWV-Präsident abschließend. (Schluss)

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