Jüdisches Museum Wien: Buchpräsentation und Konzert im November

Wien (OTS) - Das Jüdische Museum Wien, ein Museum der Wien Holding, hat im November gleich zwei besondere Veranstaltungen zu bieten: Am 6. November musizieren Mitglieder der Wiener Philharmoniker im Rahmen der Buchpräsentation "Die orchestrierte Vertreibung" und präsentieren das im Exil komponierte Werk "Serenade" von Josef Geringer erstmals der Öffentlichkeit. Am 13. November stellt dann der bekannte israelische Autor Meir Shalev in Kooperation mit der BUCH WIEN sein neues Buch "Zwei Bärinnen" im Jüdischen Museum Wien vor. Burgschauspieler Hans Dieter Knebel wird aus dem Buch lesen.

Konzert und Lesung "Die orchestrierte Vertreibung"

Am 6. November um 19 Uhr finden ein Konzert und eine Lesung anlässlich der Präsentation des Buches "Die orchestrierte Vertreibung. Unerwünschte Wiener Philharmoniker. Verfolgung, Ermordung und Exil" statt.

29 Musiker der Wiener Philharmoniker wurden ab März 1938 verfolgt, ermordet oder vertrieben. Bernadette Mayerhofer und Fritz Trümpi präsentieren in ihrem Buch 17 biographische Porträts betroffener Musiker. Diese Porträts erzählen von den schmerzhaften Erfahrungen der gewaltvollen Vertreibung aus dem Orchester und aus Wien, aber auch von den beruflichen und privaten Entwicklungen im Exil. Nach 1945 kehrte kein einziger der vertriebenen Philharmoniker ins Orchester zurück. Das Buch beschäftigt sich auch mit dem Verhältnis der Wiener Philharmoniker zu seinen ehemaligen vertriebenen Mitgliedern in der Nachkriegsgeschichte 1945-1959. Das Orchester war im Nationalsozialismus fast zur Hälfte mit NSDAP-Mitgliedern besetzt, die 1945 nur in wenigen Fällen entlassen oder pensioniert wurden. Zahlreiche hier erstmals veröffentlichte Quellen werfen ein neues Licht auf das Traditionsorchester sowie auf dessen Umgang mit "seinen" exilierten Mitgliedern.

Bernadette Mayrhofer studierte Geschichte und Deutsch als Fremdsprache in Wien, Birmingham und Santiago de Chile. Als Historikerin beschäftigt sie sich mit Migrationsgeschichte, österreichischer Kulturgeschichte sowie Exil- und Biographieforschung. Sie ist als Projektkoordinatorin im Migrationsbereich tätig.

Fritz Trümpi studierte Allgemeine Geschichte, Philosophie und Musikwissenschaft in Zürich, Wien und Berlin und war Stipendiat des Schweizerischen Nationalfonds. Er forscht als Musikhistoriker in Wien, ist Lecturer an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und schreibt regelmäßig für in- und ausländische Medien (NZZ, Basler Zeitung, Tagesspiegel, Wiener Zeitung, u.a.). Wolfgang Muhr liest aus dem Buch.

Abschließend wird das im Exil komponierte Werk "Serenade" von Josef Geringer durch Mitglieder der Wiener Philharmoniker uraufgeführt. Daniel Froschauer (Sologeige), Kurt Schmid (Saxophon und Klarinette), Dimitry Klimenko (Klavier), Stefan Thurner (Posaune), Veronika Weber (Violine), Kurt Franz Schmid (Klarinette) und Ewald Wiedner (Klarinette) spielen Stücke der Wiener Philharmoniker Josef Hadraba, Rudolf Jettel und Josef Geringer.

Einlass 18:45 Uhr, Eintritt frei!
Jüdisches Museum Wien, Dorotheergasse 11, 1010 Wien

Lesung und Gespräch: Meir Shalev "Zwei Bärinnen"

Am 13. November um 19 Uhr präsentiert der bedeutende israelische Autor Meir Shalev sein neuestes Werk. Mit seinem jüngsten Roman legt Shalev eine Familiensaga von archaischer Wucht vor, eine packende Studie über Leidenschaft, Untreue, Verlust und Rache. In einem Dorf im Norden Israels begehen im Jahr 1930 drei Bauern Selbstmord. So steht es in den Akten, aber alle im Dorf wissen, dass nur zwei der angeblichen Selbstmörder Hand an sich gelegt haben. Der dritte wurde ermordet. Siebzig Jahre sind seither vergangen. Ruta Tavori, Lehrerin am örtlichen Gymnasium, weiß, wer diesen Mord begangen hat, und will nun davon erzählen. Meir Shalev, geboren 1948 in Nahalal in der Jesreel-Ebene, studierte Psychologie und arbeitete viele Jahre als Journalist, Radio- und Fernsehmoderator. Inzwischen ist er einer der bekanntesten und beliebtesten israelischen Romanciers. 2006 erhielt er für sein Gesamtwerk den Brenner Prize, die höchste literarische Auszeichnung in Israel. Meir Shalev schreibt regelmäßig Kolumnen für die Tageszeitung Yedioth Ahronoth. Er lebt in Jerusalem und in Nord-Israel.

Der Autor wird seinen Roman zusammen mit dem Burgschauspieler Hans Dieter Knebel präsentieren.

o Moderation: Renata Schmidtkunz, Ö1 In Kooperation mit der BUCH WIEN. o Einlass 18:45 Uhr, Eintritt frei! o Jüdisches Museum Wien, Dorotheergasse 11, 1010 Wien

Öffnungszeiten und Tickets

Das Jüdische Museum Wien, ein Museum der Wien Holding, befindet sich in 1010 Wien, Dorotheergasse 11, das Museum Judenplatz im Haus Judenplatz 8, 1010 Wien. Die Öffnungszeiten in der Dorotheergasse sind Sonntag bis Freitag 10 bis 18 Uhr. Am Standort Judenplatz sind die Öffnungszeiten Sonntag bis Donnerstag 10 bis 18 Uhr, Freitag 10 bis 14 Uhr. Für beide Museen gibt es ein gemeinsames Ticket (gültig vier Tage ab Ausstellungsdatum) zum Preis von Euro 10, ermäßigt Euro 8, Gruppen Euro 7, Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr frei, StudentInnen (bis 27 Jahre), Zivil- und Präsenzdiener Euro 5, Schulklassen haben nach wie vor freien Eintritt, für die Schülerführung ist ein Kostenbeitrag von Euro 20 zu leisten. Weitere Informationen und Ermäßigungen unter www.jmw.at oder unter info@jmw.at.

Rückfragen & Kontakt:

Alfred Stalzer
Mediensprecher des Jüdischen Museum Wien
Tel.: +43-1-505 31 00
Mobil: +43-664-506 49 00
E-Mail: pr@stalzerundpartner.com

Wolfgang Gatschnegg
Wien Holding - Konzernsprecher
Tel.: 01 408 25 69-21
Mobil: 0664 82 68 216
E-Mail: w.gatschnegg@wienholding.at
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