AK Wien Vollversammlung 4: Klares Nein zur weiteren Verlagerung der Arbeitszeitregelungen auf die Betriebsebene

Wien (OTS) - Eine Absage erteilten die Delegierten der AK Wien Vollversammlung gestern dem Verlangen der Vertreter der Industrie, die Arbeitszeitregelungen von den Kollektivverträgen auf die Betriebsebene zu verlagern. Aus Sicht der Vollversammlung der AK Wien bieten das Arbeitszeitgesetz, das Arbeitsruhegesetz und auch die Kollektivverträge genügend Möglichkeiten der Arbeitszeitgestaltung, um den betrieblichen Anforderungen gerecht zu werden. So ist es seit 2008 möglich, Arbeitszeiten verstärkt betrieblich zu regeln. Regelungen, zu denen der Kollektivvertrag nach dem Arbeitszeitgesetz ermächtigt ist, können auch an die betrieblichen Sozialpartner per Betriebsvereinbarung delegiert werden. Auch wenn es keine kollektivvertragsfähige Körperschaft auf Arbeitgeberseite gibt, sind Regelungen durch Betriebsvereinbarung möglich. Eine generelle Verbetrieblichung der Arbeitszeitregelungen würde, so die Vollsammlung, nur dazu führen, die Festlegung von Rahmenbedingungen durch die Kollektivverträge auszuhebeln. Es ist für die Beschäftigten und ihre BelegschaftsvertreterInnen sowie für die Gewerkschaften von zentraler Bedeutung, die Regelungskompetenz für Arbeitszeiten über Branchenkollektivverträge zu sichern, um die einseitige Umsetzung von Arbeitszeitmodellen zu Lasten der Beschäftigten zu verhindern.

Für die AK Wien Vollversammlung ist klar: Eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten ist nur dann sinnvoll, wenn es einen Vorteilsausgleich gibt, bei dem auch die Beschäftigten von der Flexibilisierung profitieren. Das kann etwa über Bezahlung, Arbeitszeitreduktion oder Weiterbildung erreicht werden. Der flächendeckende Vorteilsausgleich ist nur möglich, wenn die Kollektivverträge dafür auf Branchenebene Spielregeln festlegen.

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