Neues Volksblatt: "Wem nützt's?" von Kathrin KNAPPICH

Ausgabe vom 27. Oktober 2014

Linz (OTS) - Wohl auch noch die nächsten Tage werden die Ergebnisse der von den Währungshütern durchgeführten Bilanzchecks und Stresstests für Banken diskutiert. Einen Kapitalbedarf von 25 Mrd. Euro weisen jene 25 Geldinstitute auf, die als "Durchfaller" zertifiziert wurden. Alle übrigen 105 europäischen Banken sind laut Europäischer Zentralbank (EZB) auch für schwerwiegende Krisen gewappnet. Doch wem nützen diese Erkenntnisse? Gewiss werden Bankenkritiker ob der Ergebnisse nicht in Jubel ausbrechen. Auch lässt der Neuigkeitswert der mit "Spannung" erwarteten Bewertungen zu wünschen übrig. Jene Institute, die mit einem "Fünfer" bewertet wurden, haben dies wohl schon kommen sehen und auch die Öffentlichkeit war über die finanziell unterversorgten Geldhäuser bestens im Bilde. Was bleibt den getesteten Banken selbst? Die Anerkennung und die Schulterklopfer an die Banker von offizieller Seite sind schnell vergessen, wenn deren Gedanken über die horrenden Kosten der monatelangen Überprüfungen schweifen, die sie unfreiwillig über sich ergehen lassen mussten. Im Vorfeld kursierten Zahlen in zweistelliger Millionenhöhe. Rund sechs Mio. Euro musste die RLB OÖ berappen. Immerhin ist das Institut positiv durch die Prüfungen der EZB gekommen. Für schwächer kapitalisierte Banken sind die Mio.-Beträge für die Checks wohl eine hohe finanzielle Belastung gewesen, die sich nicht einmal gelohnt hat.

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