"trend"-Interview: "Schuldenabbau würde jährlich 1,5 Prozent der Wirtschaftsleistung kosten."

Managementberater Daniel Stelter plädiert für einen geordneten Schuldenabbau über 20 Jahre.

Wien (OTS) - Jedes Jahr müsste Österreich fünf Milliarden Euro Schulden abbauen, das entspricht 1,5 Prozent der Wirtschaftsleistung, schätzt der deutsche Managementberater Daniel Stelter in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe. Auf Europa umgelegt wären das zwischen drei und fünf Billionen Euro, die in den kommenden zwei Jahrzehnten abgetragen werden müssten, um die Wirtschaft wieder wettbewerbsfähig zu machen.

Der Gründer des Diskussionsforums "Beyond the obvious", der Unternehmen im Umgang mit der weltweiten Schuldenkrise berät, hält einen Schuldenschnitt in Form einer einmaligen Vermögensabgabe wie in Zypern im Vorjahr für eine mögliche, wenn auch nicht wahrscheinliche Variante. Derzeit entwickle sich die Europäische Zentralbank zu einem "Schuldentilgungsfonds durch die Hintertür", sagt Stelter. Eine Restrukturierung sei "schmerzhaft und teuer für alle", aber die einzige Möglichkeit, die wachstumshemmende Überschuldung geordnet abzutragen. Stelter glaubt jedoch nicht, dass die europäische Politik sich auf einen Tilgungsfonds wird einigen können, sondern: "Die Krise wird sich weiter zuspitzen. Wir werden Staatspleiten und Austritte aus der Europäischen Währungsunion erleben."

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