mc/VIST-Panel: Verwaltungsreform jetzt umsetzen und den Staat entrümpeln

Wien (OTS) - Die gemeinsame Diskussion des management club und der Vienna International School of Thought am 22. Oktober 2014 drehte sich um das bequeme Allgemeingut Verwaltung.

Wien (OTS) - BM Rudolf Hundstorfer, UNIQA-Vorstand Peter Eichler, die ehem. Infineon-Vorstandsvorsitzende Monika Kircher und die Unternehmerin Sonja Völker diskutierten unter der Moderation von Jakob Zirm (Die Presse).

Die Regierung bemüht sich in Sachen Verwaltungsreform. Drei betriebliche Beauftragte wurden bereits abgeschafft und die Aufzeichnungspflicht gelockert. Dennoch sei klar: "Veränderung ist notwendig, die Ausgaben müssen reduziert werden.", so Hundstorfer, "Wir müssen die Punkte gemeinsam diskutieren und uns darüber im Klaren sein, dass wir auch selbst betroffen sein können." Auch die Sozialpartner müssen Verantwortung übernehmen, viele bürokratische Hürden haben diese mitverhandelt und somit mitverschuldet.

Sonja Völker, Unternehmerin und Mitglied der Verwaltungsreformkommission sieht in der Bürokratielast auf Unternehmen, zB in den 236 Lohnsteuergruppen, ein Problem: "Die Lohnverrechnung für ein Kleinunternehmen ist aufgrund der zahlreichen Ausnahmen ohne einen fachkundigen Steuerberater für den Unternehmer nicht alleine machbar - Das muss sich endlich ändern."

Die ehem. Infineon-Vorstandsvorsitzende Monika Kircher, ebenso Mitglied der Verwaltungsreformkommission, glaubt nicht an einen großen Wurf wie die Abschaffung der Bundesländer und plädiert dafür, Schwerpunkte zu setzen und die Kompetenzen der Gebietskörperschaften als Best Practice Beispiele gegenseitig zur Verfügung zu stellen. Dennoch erwartet sie sich eine ambitioniertere Reform: "Nur an kleinen Stellschrauben zu drehen ist zu wenig, die Zeit haben wir nicht mehr." Es sei durchaus möglich, träge Systeme in kurzer Zeit zu entschlacken und effizient neu aufzusetzen. Finnland sei hier bei der Reform des Schulsystems ein gutes Beispiel.

Neben den bürokratischen Hürden sind die hohen Lohnnebenkosten weiterhin ein dämpfender Faktor für Investitionen und Innovationen. Peter Eichler, Vorstandsmitglied der UNIQA Versicherung wünscht sich neben der Anpassung der Gehaltskurve vor allem eine Kulturänderung:
"In Österreich wird Arbeit mit Leid übersetzt, alle arbeiten nur auf das Wochenende und die Pension hin." Wenn man es schaffe, hier die Einstellung zu ändern, würden auch mehr Arbeitnehmer länger im Berufsleben stehen wollen. Kircher denkt als mögliche Lösung auch neue Modelle wie reduzierte Arbeitszeiten im höheren Alter oder Teilkrankenstand zur Wiedereingliederung überlasteter Arbeitnehmer an.

Kircher sieht jedoch nicht nur die Politik am Zug: "Wir müssen davon wegkommen, alles an die Politik zu delegieren und auch als Gesellschaft selbst Verantwortung übernehmen". Auch Eichler blickt optimistisch in die Zukunft, die Steiermark sei ein gutes Beispiel dafür, dass man auch unpopuläre Maßnahmen zum Wohle aller durchsetzen kann und appelliert an die Politik, weiter als bis zur nächsten Wahl zu denken. Das über die letzten Jahre in Frieden gewachsene politische und wirtschaftliche System in Österreich müsse man bereinigen und entrümpeln, so Hundstorfer, "Das sind die Challenges, die Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen."

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