Neues Volksblatt "Waterloo 2.0" von Manfred MAURER

Ausgabe vom 24. Oktober 2014

Linz (OTS) - Es ist vorerst nur eine Schlacht, die ein US-Konzern gewonnen hat: Namhafte deutsche Medienverlage erteilten Google die unwiderrufliche Genehmigung zur unentgeltlichen Nutzung ihrer Presseerzeugnisse. Ihre Kapitulationserklärung begründen die Verlage mit "der überwältigenden Marktmacht" des amerikanischen Internet-Konzerns.
Google ist nur ein Beispiel. Facebook, Apple, Microsoft, Amazon usw. sind weitere Kombattanten im globalen Wirtschaftskrieg, den weniger die locker-jugendliche Selbstinszenierung der Web-Society als vielmehr eiskalte Brutalität im Streben nach Dominanz kennzeichnet. Dies zu beklagen ist aber keine Lösung. Das Lamento muss vielmehr jenen Rahmenbedingungen gelten, welche verhindern, dass Europa den US-Konzernen Paroli bieten kann. Am Erfindergeist mangelt es nicht. Nur: die wirtschaftliche Umsetzung findet oft woanders, eben in den USA statt. Weil dort nicht Bedenkenträger den Ton angeben, sondern Wagemutige.
Noch immer wird in Europa versucht, der digitalen Herausforderung wie aktuell durch diverse Sharing-Plattformen mit dem Ruf nach Verboten zu begegnen. Oder zumindest mit dem Anlegen jener Korsette, die schon die analoge Wirtschaft mehr fesseln als stützen.
Wer glaubt, so gegen Google & Co. bestehen zu können, sollte die soeben verlorene Schlacht der Deutschen um die Verwertungsrechte im Ordner "Waterloo" speichern.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001