Nationalrat - Heinisch-Hosek: Schuleingangsphase erleichtert Übergang für Kinder

Bildungsbudget und -reform sowie Einkommenstransparenz als Themen der Aktuellen Stunde

Wien (OTS/SK) - Im Rahmen der "Aktuellen Stunde" im Nationalrat erläuterte heute die Bundesministerin für Bildung und Frauen, Gabriele Heinisch-Hosek, die neue Schuleingangsphase. Ziel sei es, den Übergang vom Kindergarten in die Volksschule zu erleichtern. "Wir wollen Kinder zwischen dem 5. und 7. Lebensjahr als Einheit betrachten und sanft von einer in die nächste Bildungseinrichtung begleiten." In Österreich gibt es hierzu 35 Projektschulen, die wissenschaftlich begleitet werden. Flexible Eingangsphasen haben sich als Schulversuche bereits bewährt.

Einen großen Schwerpunkt legte die Bundesministerin auf die Sprachförderung für Kinder und SchülerInnen. Die Mittel dafür belaufen sich für die Kindergärten auf 20 Millionen Euro pro Jahr, im Schulbereich auf 25 Millionen. "Die Bildungssprache ist Deutsch, doch Unterricht in der Erstsprache ist ebenso relevant. Erst wenn ich meine Erstsprache beherrsche, kann ich auch gut Deutsch und weitere Sprachen lernen."

Weichen für neue Ausbildung für ElementarpädagogInnen gestellt

Zur Ausbildungsreform für PädagogInnen hält Heinisch-Hosek fest, dass es jetzt schon mehrere Modelle gäbe, um einen Bachelor oder Master in der frühkindlichen Erziehung zu absolvieren. Hier sei es Aufgabe der Länder, ihre Durchführungsgesetze entsprechend anzupassen.

Ergebnisse der Evaluierung der Neuen Mittelschule liegen 2015 vor

Die Einführung der Neuen Mittelschule bezeichnete die Bundesministerin als einen wichtigen Schritt. 2008/09 wurden die ersten 67 Standorte eingerichtet, diese wurden über vier Jahre begleitet. 2018/2019 werden alle Hauptschulen auf NMS umgestellt sein. "Es wurde evaluiert, wie die individuelle Förderung von SchülerInnen funktioniert hat, wie Kompetenzen vermittelt wurden und wie es sich das auf SchülerInnen und auf PädagogInnen ausgewirkt hat. Im Jänner 2015 werde ich diese Ergebnisse präsentieren können", kündigte Heinisch-Hosek an.

Die Bildungsministerin bekennt sich zu dem mit großer Mehrheit beschlossenem Projekt Neue Mittelschule (NMS) und verweist auf das Ziel, bis 2018/2019 alle Hauptschulen auf NMS umzustellen. Viele LehrerInnen der AHS und BHS würden jetzt schon in Doppelbesetzung an NMS unterrichten, wobei die Zahl der BHS-LehrerInnen deutlich höher sei. Auch hier würde das Evaluationsergebnis abgewartet werden, um Hürden aus dem Weg zu räumen.

Budgetmittel bleiben gleich, Mitteleinsatz kann variieren

Hinsichtlich des Budgets hielt die Bildungsministerin fest, dass gegenüber 2013 das Bildungsbudget gestiegen ist, allerdings wurde auch ihr Ressort angehalten, einen Sparbeitrag zu leisten. Heinisch-Hosek wolle darüber diskutieren, ob jede Schule dieselben Mittel benötigt oder ob sie im Hinblick auf bestimmte soziale Kriterien verteilt werden sollen. "Ein Beispiel ist, über sozialindizierte Ressourcenverteilung nachzudenken", führte Heinisch-Hosek aus und verweist auf den Austausch mit den Niederlanden, Deutschland und Irland, wo es bereits Projekte dieser Art gibt. Hierbei gehe es darum, dass der Fokus nicht nur auf die Schulen, sondern auf den sozialen Kontext gelegt wird. "In der Frage der Bildung geht es ja nicht nur um Wissensvermittlung, sondern auch um Fragen der Infrastruktur, von Spielplätzen bis Bibliotheken, Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Eltern. Hier bin ich sehr aufgeschlossen für Ideen."

Im Zusammenhang mit dem Budget sind auch die gestiegenen Mieten bei der Bundesimmobilien-Gesellschaft (BIG) zu sehen. Hierzu stellte Heinisch-Hosek in Aussicht: "Wir werden eine Stundung der BIG-Mieten beantragen. Das strukturelle Defizit, das auch durch Mietsteigerungen entstanden ist, konnte bisher immer abgegolten oder reduziert werden." Wichtig sei ihr zu betonen, dass die LehrerInnengehälter sicher sind, "darauf können sich die Pädagoginnen und Pädagogen verlassen".

Große Verbesserungen bei Erwachsenenbildung

Heinisch-Hosek berichtete weiters, dass die Initiative Erwachsenenbildung für die nächsten drei Jahre verlängert wird. Mit der "Initiative Erwachsenenbildung" können 13.600 Personen die Basisbildung und 5.800 Personen den Pflichtschulabschluss kostenlos nachholen.

Politische Bildung als Pflichtmodul

Heinisch-Hosek betonte die Wichtigkeit der "Politischen Bildung":
"Das ist mehr als Staatsbürgerschaftskunde oder die Farbenlehre der Parteien. Hier wird das Demokratieverständnis der SchülerInnen gefördert." Am 3. November tage dazu ein Beirat, der die Umsetzung begleite.

Einkommensunterschiede zwischen Männer und Frauen schließen

Die Frauenministerin bekannte sich einmal mehr zu dem Ziel, die beruflichen Chancen von Frauen zu verbessern. Dafür sei ein Bündel an Maßnahmen notwendig. Heinisch-Hosek erläutert: "Auch wenn der Equal Pay Day dieses Jahr zwei Tage später stattfindet, schließt sich die Einkommensschere nicht schnell genug. Wir wollen einerseits mit Einkommensberichten und verpflichtenden Gehaltsangaben für Transparenz sorgen. Wir prüfen gerade in welcher Form wir beide Maßnahmen nachschärfen können. Andererseits gibt es sehr viele Projekte, die wir unterstützen, die Mädchen für atypische Berufe, Studien und Lehrstellen begeistern sollen. Wir setzen hier auch schon im Kindergarten an. Gleichzeitig ist es mir als Frauenministerin wichtig, dass Männer mehr Familienarbeit leisten und Sozialberufe ergreifen können." Auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie spiele für viele Frauen eine große Rolle. Dementsprechend würden hier viele Mittel verwendet werden, um Eltern diese zu erleichtern. So würden rund 300 Millionen Euro in Kindergärten und 400 Millionen Euro in den Ausbau von Ganztagsschulen investiert werden.

In Sachen Einkommenstransparenz verweist Heinisch-Hosek darauf, dass 40 Prozent aller unselbstständig Erwerbstätigen mit den Einkommenstransparenzberichten erfasst seien. Das beträfe 6.500 Unternehmen in Österreich mit 150 oder mehr beschäftigten. Auch hier sei zu überprüfen, ob Nachschärfungen wie dem Erfassen von kleineren Einheiten möglich sei. Dabei müsse natürlich die Anonymität erhalten bleiben. Eine Evaluierung gemeinsam mit den Sozialpartnern sei bereits angelaufen. Die Ministerin machte klar: "Wir wollen ganz genau schauen, welche weiteren Hebel es braucht und wo wir nachschärfen können. Es gibt kein Allheilmittel, sondern es bedarf einer Vielzahl an Maßnahmen. Ein Beispiel ist der Online-Gehaltsrechner, auf dem bereits über 1,3 Millionen Menschen nachgeschaut haben, ob sie fair bezahlt werden. (Schluss) sn/kg

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0009