vida-Jugend zu Lehrlingsausbildung: Nicht nur fordern sondern auch fördern

vida Jugendvorsitzender Della-Pietra: "Friss oder stirb-Mentalität der Arbeitgeber ist verantwortungslos."

Wien (OTS/ÖGB) - "Dass sich immer mehr junge Menschen dagegen entscheiden, eine Lehre als FriseurIn, Koch oder Kellner zu absolvieren, erstaunt niemanden", so Markus Della-Pietra, Bundesjugendvorsitzender der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida. Er reagiert damit auf die Aussage von Erich Huber von der Wirtschafskammer Wien in dem gestrigen Beitrag des ORF Wien "Zu wenige Lehrlinge: Junge Frisöre gesucht".

Anstatt zu jammern müsse man handeln und das Image dieser Lehrberufe verbessern. Der erste Schritt wäre eine deutliche Erhöhung der Lehrlingsentschädigungen, der zweite die Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Dringenden Handlungsbedarf dafür sieht Della-Pietra zum Beispiel bei den angehenden FriseurInnen, KosmetikerInnen und FußpflegerInnen: "Sie bekommen zwar ihr Werkzeug im Betrieb zur Verfügung gestellt, aber für den Praxisunterricht in der Berufsschule oftmals nicht oder in schlechtem Zustand. Der Lehrling hat hier zwei Möglichkeiten: Entweder auf eigene Kosten das Werkzeug wieder einsatzfähig machen oder eine eigene Ausrüstung kaufen. Diese Friss oder stirb - Mentalität der Arbeitgeber lehnen wir ab. Hier gibt es die klare Forderung der vida Jugend, dass der Dienstgeber alle benötigten Utensilien gebrauchsfähig, sowohl für den Betrieb als auch für die Berufsschule zur Verfügung stellt."
Zum Punkt soziale Kompetenzen der jugendlichen ArbeitnehmerInnen, die laut Huber unhöflich und unpünktlich sind, findet der Jugendvorsitzende der Gewerkschaft vida auch klare Worte: "Natürlich sind soziale Kompetenz sowie Kundenumgang im Dienstleistungsbereich enorm wichtig. Hier muss von Seiten der Arbeitgeber einiges kommen:
Nicht nur fordern sondern auch fördern."

Es gibt Betriebe, in denen immer wieder ein hoher Anteil der Lehrlinge die Lehrabschlussprüfung nicht schafft. "Das spricht sich bei den Lehrstellensuchenden herum und die machen einen großen Bogen um solche Unternehmen. Sich dabei auf das schlechte Schulsystem auszureden, zeugt von Verantwortungslosigkeit dieser Ausbilder gegenüber den Lehrlingen. Hier darf die Wirtschaftskammer nicht tatenlos zuschauen. Den schwarzen Schafen gehört die Lehrberechtigung entzogen, denn diese Betriebe schaffen sicher keine Fachkräfte für die Zukunft", so Della-Pietra.

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