VGW: Österreich braucht für Wachstum strategische Industriepolitik

Ergebnis des VGW-Themenabends "Wirtschaftsstandort Österreich - Quo vadis?" ist die Notwendigkeit einer strategischen Industriepolitik

Wien (OTS) - Zur zweiten Veranstaltung des Vereins für Gesellschafts-und Wirtschaftswissenschaften (VGW) zum Themenschwerpunkt "Wirtschaftsstandort Österreich - Quo vadis?" zur Reindustrialisierung und Industriepolitik hatte VGW-Vorsitzender Johann Moser Eigentümer von größeren, mittelständischen Unternehmen eingeladen. Gemeinsam ist allen, dass sie mit ihren Produkten eine hohe Exportquote haben, sich zum Standort Österreich bekennen und daher in neue Produktionsstandorte in Österreich investiert haben.

Hoher Verlagerungs-Druck

Der Industrielle Gerhard Glinzerer ist Eigentümer der Herz-Gruppe. Nachdem es in Europa kaum wirtschaftliche Impulse gibt, hat sich seine Gruppe nach neuen Märkten umgeschaut. Ergebnis: Heute verkauft das Unternehmen Armaturen und Ventile in die ganze Welt. Der Industriestandort Österreich ist vor allem durch hohe Qualität der MitarbeiterInnen und modernste Technologie haltbar. Doch die MitarbeiterInnen in anderen Ländern holen auf. Damit werden laut Glinzerer die österreichischen MitarbeiterInnenkosten zum Thema. Ein wirksames Mittel, um hier gegenzusteuern, sind gut ausgebildete MitarbeiterInnen. Glinzerer hat sich vor einiger Zeit dafür entschieden, einen Standort im burgenländischen Kemeten zu errichten, mit dem Ziel, MitarbeiterInnen aus der Umgebung zu finden. Neun Millionen Euro wurden investiert.

Mentoringsystem für Start-ups

Der Industrielle Franz Hrachowitz ist mittlerweile an drei Unternehmen beteiligt: Trasys, das Traktionssysteme für Schienenfahrzeuge herstellt, ELIN Motoren in Weiz und Wallner & Neubert im Bereich der Entwässerungstechnik. Vor einigen Jahren hat er 45 Millionen Euro in einen Neubau in Weiz investiert. "Ohne öffentliche Garantien des Austria Wirtschaftsservice hätten wir viel von dem nicht umsetzen können", sagt er und fordert, dass diese leichter zugänglich gemacht werden. Außerdem wünscht sich Hrachowitz, was man heute kaum noch findet: "Einen Bankdirektor, der mutig ist. Die Fesselung des Finanzmarktes ist ein Desaster für Europa." Das gilt auch für die Finanzierung von Startups, fand Karl Bauer, Eigentümer der auf Fibre Optics spezialisierten NBG. Aus seiner persönlichen Erfahrung heraus hat er sich dazu entschlossen in Gmünd ein privates Technologie- und Startup-Center zu gründen, in dem erfolgreiche GründerInnen als MentorInnen für regionale Start-ups fungieren.

Abschließend forderte VGW-Vorsitzender Johann Moser: "Diese Beispiele zeigen: Wir brauchen in Österreich dringend eine offensive, strategische Industriepolitik, um Wachstum und damit unseren Wohlstand sicherzustellen."

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