NEWS: Hypo Alpe Adria schenkt ukrainischem Oligarchen zehn Millionen Euro

Die Hypo verkaufte im Mai 2014 ihre Leasing-Tochter in der Ukraine. Firmen des Multimillionärs Oleg Bakhmatyuk erhielten einen kräftigen Schuldennachlass.

Wien (OTS) - Dass die Hypo Alpe Adria Bank ihre Leasing-Tochter in der Ukraine, die HLUA, im heurigen Frühjahr verkauft hat, ist lange Zeit nicht einmal öffentlich gemacht worden. Nun berichtet das Nachrichtenmagazin NEWS in seiner aktuellen Ausgabe über die fragwürdigen Hintergründe des Deals.

NEWS vorliegenden Dokumenten zufolge konnten Firmen, die unter Kontrolle des schwerreichen ukrainischen Oligarchen Oleg Bakhmatyuk stehen, im Zuge des Verkaufs einen Schuldennachlass im Ausmaß von neun bis zehn Millionen Euro erzielen. Die Bakhmatyuk-Gruppe schuldete der Hypo rund 14 Millionen Euro. Noch vor Abschluss des Verkaufsprozesses schlossen die Firmen des Oligarchen mit dem Käufer, dem bisherigen Chef der HLUA, einen Deal. Diesem zufolge wurden alle offenen Forderungen gegen eine Zahlung von 68 Millionen ukrainischen Griwna bereinigt. Zum Wechselkurs im April waren das etwa 4,2 Millionen Euro. Dass die Firmengruppe des Oligarchen die Gelegenheit des HLUA-Verkaufes nutzen könnte, um eigene Schulden zu einem deutlichen Abschlag aufzukaufen, war dem Vorstand und dem Aufsichtsrat der Hypo-Konzernmutter vorher bewusst . Dies zeigen NEWS vorliegende Dokumente. Genehmigt wurde der Verkauf trotzdem.

Darüber hinaus gibt es mehrere weitere problematische Punkte beim HLUA-Verkauf. So wurde der Verkauf zum Beispiel in Griwna - und offenbar ohne Wertsicherung - abgewickelt. Dies führte dazu, dass die Hypo statt geplanten bis zu 5,65 Millionen Euro insgesamt weniger als 5 Millionen Euro erhielt. Offen ist noch ein allfälliger Erlös aus möglichen Immobilien-Verkäufen, der jedoch auch bei den 5,65 Millionen noch dazugekommen wäre. Für Aufregung sorgt außerdem die Bewertung der Sicherheiten der Bakhmatyuk-Gruppe. Kritiker meinen, diese wäre zu niedrig erfolgt. Möglicherweise wäre es besser gewesen, die Sicherheiten selbst zu verwerten.

Das wird seitens der Hypo vehement bestritten. Der Verkauf der HLUA sei auch aus heutiger Sicht die beste Lösung für das Unternehmen und den österreichischen Steuerzahler gewesen, betont ein Sprecher der Bank.

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