Gesundheit - Stronach/Nachbaur: Freies Unternehmertum für niedergelassenen Ärzte

Eigenartige Mischung aus Einnahmenzentralismus und Ausgabenföderalismus endlich bereinigen

Wien (OTS) - "Österreich ist Spitalseuropameister - wir haben die höchste Anzahl an Spitalsbetten, und es werden immer mehr, anstatt dass diese abgebaut werden; doch wir müssen dieses wuchernde Spitalswesen zu Gunsten der niedergelassenen Ärzte einschränken. Die stationäre Medizin ist sehr teuer und weder für ambulante Leistungen ausgerüstet noch geeignet. Solange die Länder in die Taschen des Bundes greifen können, die sich von magischer Hand zu füllen scheinen - mit Geld, das in Wahrheit vom Steuerzahler kommt - wird sich daran nichts ändern", stellte Team Stronach Klubobfrau Kathrin Nachbaur in ihrem Redebeitrag zur Dringlichen fest. Sie warnte davor, dass durch diese Entwicklung die Landflucht noch weiter verstärkt werde. "Die Menschen am Land brauchen eine ordentliche Infrastruktur und das bedeutet den Arzt am Land", betonte sie.

Der Bereich Gesundheit müsse - so wie auch der Rechnungshof gesagt habe - in die Bundeskompetenz wandern, forderte Nachbaur, dass "diese eigenartige Mischung aus Einnahmenzentralismus und Ausgabenföderalismus endlich bereinigt wird." Einnahmen und Ausgaben sowie die Verantwortung dafür dürften nicht völlig entkoppelt sein. "Wenn die Länder ihre Steuern selbst einheben müssen, werden wir ja sehen, in welchen Kilometerabständen sie ihre Krankenhäuser nebeneinander hin bauen", so Nachbaur.

Österreich habe zweifellos ein gutes aber ein viel zu teures Gesundheitssystem und gebe derzeit 11 Prozent des BIP aus, während dieser Wert in anderen EU-Staaten im Schnitt 9 Prozent beträgt; "jedes Prozent bedeutet jedoch Mehrkosten von 3 Milliarden Euro", gab Nachbaur zu Bedenken.

Die niedergelassenen Ärzte wiederum gehören gestärkt und von erschwerenden bürokratischen Vorschriften befreit. "Es ist verwunderlich, dass man Ärzten zwar zutraut Leben zu retten, aber nicht, die Gesellschaftsform für ihre Praxis frei zu wählen", kritisierte die Klubobfrau. Sie verlangt, dass Ärzte sich die Mitarbeiter in ihren Praxen selbst aussuchen dürfen und auch selbst andere Ärzte anstellen dürfen; genauso wie den Geschäftsführer, der die Abrechnung macht. "Nur, wenn wir freies Unternehmertum erlauben, kann die gesundheitliche Versorgung am Land auf Dauer sichergestellt werden", mahnte sie. Weiters stellte Nachbaur die Chefarztpflicht in Frage: "Ein niedergelassener Arzt soll sich nicht von einem Chefarzt der Krankenkasse vorschreiben lassen, wie er seine Patienten zu behandeln hat. Denn dieser Chefarzt kennt diese Patienten nicht und wird sie höchstwahrscheinlich nie selbst zu Gesicht bekommen."

"Das System muss kostengünstiger und effizienter werden, durch weniger Bürokratie und mehr Vertrauen in die Eigenverantwortung der Menschen; aber das gilt nicht nur für den Gesundheitsbereich, sondern für das ganze Land", erklärte Nachbaur.

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