Neues Volksblatt: "Verhaltene Freude" (von Kathrin Knappich)

Ausgabe vom 23. Oktober 2014

Linz (OTS) - Wie die Statistik Austria aufzeigt, ist die Zahl der armuts- und ausgrenzungsgefährdeten Personen in Österreich seit 2008 rückläufig. Konkret sollen 127.000 Personen seit damals der Armutsfalle entronnen sein. Klingt positiv, jedoch darf nicht außer Acht gelassen werden, dass immer noch 1,52 Mio. Österreicher, also knapp ein Fünftel der Bevölkerung gefährdet ist, in die Armut oder Ausgrenzung abzurutschen. Nicht umsonst schlagen gemeinnützige Organisationen ob der konstant hohen Zahl an Armutsgefährdeten Alarm. Immer mehr Menschen würden zwar ein Dach über dem Kopf haben, aber die Ausgaben des täglichen Lebens nicht mehr bestreiten können und so beispielsweise auf Essensausgaben angewiesen sein. Das Einkommen vieler gilt statistisch als "ausreichend", dennoch ist es nicht genug, um ein Leben auf "Mindeststandard" zu führen. Auch die stetig steigende Arbeitslosigkeit macht sich bemerkbar, wenn man die Statistik von 2012 mit der des vergangenen Jahres vergleicht, ist ein Anstieg bei der Armutsgefährdung erkennbar. Ganz klar, es ist nicht Aufgabe einer Statistik die Schicksale einzelner Menschen zu bewerten oder zu bedauern. Dennoch sollte die statistisch geringfügig gesunkene Armut nicht uneingeschränkt bejubelt werden, denn die Situation wird sich angesichts vielfach stagnierender Einkommen bei gleichzeitig steigenden Ausgaben nur schwer verbessern lassen.

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