vida-Hebenstreit: Dank ÖIAG heimischer Breitbandausbau nun von mexikanischem Milliardär abhängig

Jegliche operative Gestaltungsmöglichkeit für Österreichs Internetzukunft verspielt - ÖIAG auflösen, bevor noch mehr Schaden entsteht!

Wien (OTS/ÖGB) - "Dank der vermurksten ÖIAG-Strategie ist Österreich beim Breitbandausbau jetzt von den Launen eines mexikanischen Milliardärs abhängig. Das wird noch teuer", kritisiert der Vorsitzende der Sektion Verkehr in der Gewerkschaft vida, ÖBB-Konzernbetriebsratsvorsitzender Roman Hebenstreit. "Die ÖIAG muss deshalb rasch aufgelöst und die Staatsbeteiligungen müssen für die SteuerzahlerInnen kostengünstiger in den Ministerien konzentriert werden, bevor es auch noch bei Straße, Schiene und Wasser zu unerwünschten Verteuerungen und Abhängigkeiten kommt", fordert Hebenstreit.++++

Während die ehemalige Verkehrsministerin Doris Bures konsequent für die Breitbandmilliarde und somit für die Zukunftsfähigkeit Österreichs gegen ÖVP-Widerstände gekämpft habe, "hat Finanzminister Schellings ÖIAG dafür gesorgt, dass Österreich jegliche operative Gestaltungsmöglichkeit für seine Internetzukunft verspielt hat", so der vida-Gewerkschafter weiter. America Movil halte bereits knapp 60 Prozent der Anteile an Österreichs digitaler Zukunft in der Hand. Dafür könnten sich die ÖsterreicherInnen bei der ÖIAG "bedanken":
"Denn ohne die Festnetzleitungen der Telekom gibt es auch keine Zukunft im mobilen Internet. Oder will man die Datenpakete zukünftig händisch zu den Funkmasten tragen? Das scheint man im Schelling-Umfeld offensichtlich noch nicht realisiert zu haben", so Hebenstreit.

"Öffentliches Gut ist kein Möbelhaus. Die ÖIAG darf nicht ganz Österreich zum 'XXX-Lose' machen", so Hebenstreit weiter. Man möge Markenrechte von Möbelhäusern aus steuerlichen Gründen problemlos ins Ausland verkaufen. Mit den Internetleitungen eines Landes sehe dies aber anders aus: "Hier wurde die Zukunft Österreichs unter dem Diktat der Privatisierung verantwortungslos verscherbelt und ist somit für die BürgerInnen für immer verloren", so der vida-Gewerkschafter.

Es gebe weltweit nur wenige Unternehmen, die bei nur 17 MitarbeiterInnen 15 Aufsichtsräte und überteuerte Vorstände beschäftigen. Allein die Managergagen der ÖIAG für sich seien ein Millionengrab, kritisiert Hebenstreit: "Dazu kommt, dass das Ziel dieser Manager nicht etwa das Wohl der Allgemeinheit ist. Sie werken im Interesse von Börsenspekulanten und Großaktionären, wodurch die betroffenen Unternehmen maximalen Schaden erleiden."

Auch wenn die Ablöse von ÖIAG-Chef Kemler bereits feststehe, sei noch keine Änderung an der ÖIAG-Strategie zu erkennen. Nach wie vor sei die ÖIAG "eine Privatisierungsagentur und ein Schlaraffenland für sich selbsternennende Aufsichtsräte und deren Günstlinge". "Dass jetzt nur versucht wird, ihnen einen neuen Mantel für die Verschleuderung von Volksvermögen umzuhängen, schlägt dem Fass den Boden aus. Es bleibt nur zu hoffen, dass die ÖIAG zur Sicherung der Zukunft Österreichs und seiner Bevölkerung rasch aufgelöst wird", bekräftigt Hebenstreit.

Rückfragen & Kontakt:

Gewerkschaft vida/Öffentlichkeitsarbeit
Hansjörg Miethling
Tel.: 01 53444 79 261
Mobil: 0664/61 45 733

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0007