WKÖ-Hochhauser: Wirtschaft braucht Steuerentlastung, die nachhaltig wirkt

Spürbare Entlastung für Menschen und für Betriebe ist notwendig, keine Steuerreform durch neue Steuern oder auf Pump

Wien (OTS/PWK718) - "Dass die steuerliche Belastung in Österreich reduziert werden muss, steht außer Streit. Die österreichische Wirtschaft sagt daher Ja zu einer Steuerentlastung und Ja zu mehr 'Netto vom Brutto'. Den Weg dorthin sieht die Wirtschaft aber grundsätzlich anders als der ÖGB", betont die Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Anna Maria Hochhauser, anlässlich des heutigen Aktionstages des Gewerkschaftsbundes. "Notwendig ist eine Lösung, die erstens finanzierbar ist und damit nachhaltig wirkt, und zweitens wirklich bei den Beschäftigten ankommt."

Weder eine Steuerentlastung durch neue Steuern noch eine auf Pump sei nachhaltig wirksam, sondern nur eine, die durch Strukturreformen, durch Sparsamkeit und mehr Effizienz im öffentlichen Dienst erreicht wird. Die von Arbeitnehmerseite geforderte Besteuerung von Vermögenssubstanz laufe in Wirklichkeit auf die Besteuerung des Mittelstands hinaus. "Da müssen alle Alarmglocken läuten, denn Vermögenssubstanzsteuern, Eigentumssteuern sind Gift für Wachstum, Standort und Beschäftigung. Wer anderes behauptet, streut den Menschen Sand in die Augen und legt den Grundstein für das nächste Belastungspaket", so Hochhauser.

Die Neugestaltung des Lohnsteuertarifs stellt aus Sicht der WKÖ nur einen Teil einer lange überfälligen gesamthaften Steuerstrukturreform dar. Lohnsteuer- und Einkommensteuerpflichtige müssen gleich entlastet werden. Eine Steuerstrukturreform muss zu einer Vereinfachung beitragen, die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes stärken und Wachstumsimpulse setzen. Eine Reform der Unternehmensbesteuerung ist Voraussetzung für die dringend notwendige Ankurbelung des Wirtschaftswachstums. Elemente einer solchen Unternehmenssteuerreform sind steuerliche Anreize für Investitionen, Forschung und Entwicklung, eine steuerliche Entlastung der Unternehmensfinanzierung, eine weitere Senkung von Lohnnebenkosten sowie eine steuerliche Attraktivierung von Unternehmensübergaben.

Im Sinne einer kurzfristigen Entlastung der Beschäftigten sei die Einführung einer steuerbegünstigten Mitarbeiterbeteiligung auf freiwilliger Basis zu überlegen, betont die WKÖ-Generalsekretärin. Demnach könnten eine Mitarbeiterprämie bis 1.000 Euro pauschal mit 25 Prozent (so wie die KöSt) besteuert werden.

Hochhauser abschließend: "Angesichts der schwierigen Konjunkturlage müssen wir es den Unternehmen leichter machen, bestehende Hürden zu überspringen anstatt ihnen neue in den Weg zu legen. Nur so können wir das erreichen, was Österreich dringend braucht: mehr Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum." (SR)

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