Caritas warnt vor gleichbleibender Armutsgefährdung

Schwertner: "Die Zahl jener Menschen, die in Wien und darüber hinaus in ganz Österreich von Einkommensarmut bzw. Armutsgefährdung betroffen sind, ist konstant hoch."

Wien (OTS) -

Diese Meldung wurde korrigiert Neufassung in Meldung OTS0210 vom 22.10

In einer ersten Reaktion auf die heute veröffentlichten EU-Silc-Daten der Statistik Austria hält Klaus Schwertner, Generalsekretär der Caritas der Erzdiözese Wien fest: "Unsere tägliche Arbeit macht uns sicher: Der Druck an den Rändern der Gesellschaft ist in Wien und darüber hinaus in ganz Österreich spürbar. Und auch der Blick auf die aktuellsten Daten macht deutlich:
Von einer Entspannung kann derzeit keine Rede sein. Die Zahl der Menschen, die von Einkommensarmut bzw. Armutsgefährdung betroffen sind, ist konstant hoch - um nicht zu sagen zu hoch."

Konkret verweist Schwertner auf jene EU-Silc-Indikatoren, die in Österreich auch von offizieller Seite am häufigsten herangezogen werden. Dabei geht es um jene Menschen, die unter der Armutsgrenze leben. "Demnach sind in Österreich derzeit 1.203.000 Menschen von manifester Armut betroffen", betont Schwertner. "Diese Zahl ist in etwa ident mit den Zahlen aus dem Jahr davor. Damals wurden im Bericht 1.201.000 Menschen ausgewiesen. In Wien leben heute 393.000 Menschen unterhalb der Armutsgrenze."

Schwertner verweist in diesem Zusammenhang auch auf die Arbeit der Caritas. "Dass der Druck an den Rändern der Gesellschaft hoch ist, spüren wir etwa in der Obdachloseneinrichtung Gruft. Allein im Vorjahr haben wir hier knapp 100.000 warme Mahlzeiten verteilt - so viele wie noch nie zuvor", betont Schwertner. "Darunter sind auch viele Menschen, die noch ein Dach über dem Kopf haben, denen aber das Geld für Heizungs- oder Essensausgaben fehlt."

Nicht nur in der Gruft, auch beim Lebensmittelprojekt Le+O (Lebensmittel und Orientierung) ist die Nachfrage nach Unterstützung nach wie vor groß. "Woche für Woche werden in mehreren Wiener Ausgabestellen bis zu acht Tonnen Lebensmittel an Menschen in Not verteilt. Auch hier wird deutlich: Der Druck ist spürbar."

Rückfragen & Kontakt:

Martin Gantner
Pressesprecher der Caritas der Erzdiözese Wien
Mail: martin.gantner@caritas-wien.at
Tel: (0043) 0664/889 52 760 o. 01/878 12 221

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | CAR0020