Seniorenbund / Korosec: Sichere Frauen-Pensionen

JETZT die nächsten Schritte setzen

Wien (OTS) - 22.10.2014 - LAbg. Ingrid Korosec, Bundesobmann-Stellvertreterin des Österreichischen Seniorenbundes und Landesvorsitzende des Wiener Seniorenbundes, präsentierte heute die Forderungen des Österreichischen Seniorenbundes um sichere Frauen-Pensionen auch in Zukunft zu garantieren.

Pensionssplitting, Frauen sollen nicht länger bitten müssen!

Korosec: "Wer ein Kind zur Welt bringt, kann für vier Jahre die Pensionsansprüche teilen. Doch kaum jemand weiß davon und heute müssen Frauen ihre Männer darum bitten, mit ihnen zu teilen. Das verpflichtende Pensionssplitting soll den Frauen automatisch mehr Sicherheit für ihre Altersvorsorge geben. Nach der Geburt des Kindes werden für vier Jahre die Teilgutschriften auf dem Pensionskonto automatisch geteilt. Eltern können sich aber entscheiden, diese Möglichkeit abzuwählen (heute "opting-in" - nach der Reform "opting-out")!"

Weiters wollen wir auch die Einbeziehung der Pensionskonto-Gutschriften in Scheidungs-Verfahren: Im Falle einer (strittigen) Scheidung, wird alles geteilt, was im Zeitraum der aufrechten Ehe erworben wurde. Dies muss auch für die Pensionskonto-Gutschriften automatisch gelten.

Zudem müssen Frauen verbindlich aufgeklärt werden, welche Auswirkungen der Verzicht auf Ehegatten-Unterhalt während des Scheidungs-Verfahrens in der späteren Pensionszeit bedeutet: Dann (wie auch im Falle des vorherigen Bedarfs an Mindestsicherung) wird nämlich ein "fiktiver Unterhalt" angesetzt. Dabei wird errechnet, wie viel der ehemalige Ehepartner zu zahlen hätte - die Sozialleistung wird dann entsprechend verkürzt. Dies führt zu Frauen-Existenzen UNTER der Ausgleichszulagen-Grenze (ab 1.1.2015 872,31 Euro brutto / 14 Mal jährlich für Alleinstehende). Hier ist insgesamt auch eine gesetzliche Neuregelung zu erarbeiten, z.B. eine Neubewertung bei Pensionsantritt.

Im Regierungsprogramm haben wir eine Informations-Kampagne zum Freiwilligen Pensionssplitting vereinbart. Alle Eltern mit Kindern im Alter unter sieben Jahren sollten informiert werden. Auf diese Informations-Arbeit warten wir leider noch immer. Wir rufen den jungen Eltern zu: Stellen Sie den Antrag vor dem 7. Geburtstag Ihres Kindes! Teilen Sie Ihre Pension! Den öffentlich rechtlichen Rundfunk wollen wir dabei in die Pflicht nehmen: mindestens einmal monatlich soll in passenden, schon längst bestehenden Info-Formaten über diese speziellen Pension-Varianten informiert werden!"
Korosec: "Es ist an der Zeit die Lebensrealität der Menschen stärker zu berücksichtigen: Wenn die Scheidungszahlen steigen - was sie leider weiterhin tun - dann müssen wir uns aktiv auch Gedanken über die künftigen Lebensumstände dieser Frauen in der Pensionszeit machen. Es ist allen unbenommen im Rahmen einer einvernehmlichen Scheidung, dies in Rücksicht aufeinander selbst zu berücksichtigen. Das Gesetz sollte aber sicherstellen, dass im Falle des Fehlens einer solchen Rücksicht die Pensions-Versorgung der Frauen ebenfalls sichergestellt ist."

Pensionsanrechnung der Familienzeiten verbessern

Aktuelle Daten zeigen: Die Anrechnung der Kindererziehungszeiten" auf die Pension beginnt zu wirken. Angerechnet werden derzeit bis zu 48 Monate (4 Jahre), bzw. bei Mehrlingsgeburten bis zu 60 Monate (5 Jahre). Wird innerhalb dieser Zeit das nächste Kind geboren, so endet die Anrechnung für das erste Kind und beginnt die Anrechnung für das zweite Kind. Wir verlangen hier eine weitere Verbesserung: Es müssen vier volle Jahre pro Kind garantiert werden - unabhängig vom Geburtsdatum des Kindes!

Über die kostenlose Pensionsversicherung für pflegende Angehörige muss zudem endlich flächendeckend informiert werden! Hinzu kommt Info-Arbeit direkt bei Betroffenen!"

Korosec: "Österreich ist bei der Anrechnung der Kindererziehungszeiten auf die Pension seit zehn Jahren immer besser aufgestellt. Dennoch sind noch Anpassungen vorzunehmen - damit die spätere Pensionshöhe nicht vom Geburtstag des zweiten oder dritten Kindes so stark abhängt. Hier sollte uns einfach jedes Kind gleich viel Wert sein - auch dann, wenn schon nach ein, zwei oder drei Jahren das nächste Kind geboren wird."

Frauen brauchen Teilpension& Aufschub-Bonus-Pension

Korosec: "Wir haben im Regierungsprogramm letzten November die rasche Einführung der Aufschub-Bonus-Pension und der Teilpension vereinbart. Vor allem Frauen können und werden davon profitieren! Diese Punkte sind daher dringend umzusetzen - wir akzeptieren keine weitere Verzögerung!"

Frauen dürfen auch nach einem EuGH-Urteil nicht länger mit 60 in die Pension gekündigt werden. Nutzen sie den neuen Bonus für freiwilliges Weiterarbeiten, so können sie ihre Pension um bis zu 30 Prozent aufbessern! Es ist inakzeptabel, wenn diese Regelung weiter aufgeschoben wird!

"Unsere Aufgabe ist es auch, die Sicherheit künftiger Frauen-Pensionen zu stärken. Dabei sollten wir vor allem alles unternehmen, um leistungsfähigen und leistungswilligen Frauen nicht dauernd im Wege zu stehen. Mit unserem heute vorgelegten Forderungskatalog können wir umfassende Schritte zur Sicherung von Frauen-Pensionen beitragen, so Korosec abschließend.

Service: Die gesamte Presseunterlage finden Sie unter
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