BR-Präsidentin Blatnik: Friedensbildung strukturell verankern

Internationale Konferenz zu europäischen Zukunftsperspektiven am Balkan

Wien/Klagenfurt (PK) - Das Motto "Versöhnen - Erinnern - Zukunft gestalten", hat Ana Blatnik für ihre Bundesratspräsidentschaft gewählt. Bei der internationalen Konferenz "Balkan als Chance", zu der Blatnik heute gemeinsam mit Landeshauptmann Peter Kaiser nach Klagenfurt geladen hat, waren SpitzenpolitikerInnen aus Slowenien, Kroatien, Serbien sowie Bosnien und Herzegowina zu Gast. "Wenn wir uns heute mit den Spuren der Geschichte in der Gegenwart und den Erwartungen an die Zukunft beschäftigen, endet dieser Diskurs schon lange nicht mehr an Staatsgrenzen. Er kann überhaupt erst durch die Möglichkeit internationaler Begegnung sowie einer europäischen und internationalen Friedenspolitik zur Entfaltung kommen", betonte die Präsidentin der Länderkammer.

Die Bedeutung einer gemeinsamen europäischen Zukunft war der Fokus der Konferenz. "Der Balkan wird allmählich zum neuen Erweiterungsfenster, zu einer einzigartigen europäischen Hoffnung. Nur ein Balkan mit Wohlstand und Stabilität kann ein Garant für die Stabilität des gesamten Europa sein", hob der Präsident des slowenischen Staatsrates, Mitja Bervar, hervor. Die EU-Perspektive des Westbalkans wurde auch in einer von Wolfgang Petritsch, dem ehemaligen Hohen Repräsentanten für Bosnien und Herzegowina moderierten Diskussionsrunde thematisiert. Ismeta Dervoz, Abgeordnete zum Parlament von Bosnien und Herzegowina, sagte, die greifbare Perspektive einer EU-Mitgliedschaft sei entscheidend für einen Versöhnungsprozess in den westlichen Balkanländern.

Ähnlich argumentierte die Abgeordnete zum serbischen Parlament, Natasa Vuckovic: "Die EU-Integration ist noch immer ein bedeutendes Vehikel zur Reform unserer Gesellschaften." Die Abgeordnete zum kroatischen Parlament, Melita Mulic, verwies auf ungelöste Konflikte der Vergangenheit, die bewältigt werden müssten, um Zukunftsvisionen realisieren zu können. Ob diese Visionen sich verwirklichen lassen hänge auch davon ab, inwieweit sich junge Menschen als MitgestalterInnen demokratischer Prozesse erleben, sagte Bundesratspräsidentin Blatnik. Sie plädierte dafür, Friedensbildung auf nationalstaatlicher und europäischer Ebene strukturell zu verankern. An der Veranstaltung nahmen auch Schulklassen aus Kärnten und Slowenien teil, die einen "Brief an Europa" formulierten. (Schluss) red

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