ÖBB-Konzernbetriebsrat und vida gratulieren Anton-Benya-Preisträgern bei den ÖBB

ÖBB-LehrausbilderInnen fördern Motivation der jungen Menschen: 95 Prozent schafften heuer Lehrabschlussprüfung auf Anhieb

Wien (OTS/ÖGB) - Günter Hell, Leiter des Lehrlingswesen bei den ÖBB, Manfred Hell, Leiter der ÖBB-Lehrwerkstätte St. Pölten sowie Jürgen Haberl, Ausbilder bei den ÖBB wurden heute mit Anton-Benya-Preisen zur Förderung der Facharbeit geehrt. Roman Hebenstreit, ÖBB-Konzernbetriebsratsvorsitzender und Vorsitzender der Sektion Verkehr in der Gewerkschaft vida, gratuliert den Preisträgern zu dieser Auszeichnung: "Das Lehrlingsprojekt von Günter Hell hat junge Menschen angeregt, sich mit den dunklen Seiten des Systems Bahn in der Zeit des Nationalsozialismus zu befassen. Die Projekte von Manfred Hell und Jürgen Haberl sind wesentliche Beiträge zur weiteren Steigerung der Qualität der Lehre und zur Motivation und Förderung von Auszubildenden." Alle Beiträge seien zudem Maßnahmen, die ohne Berührungsängste das weltoffene und moderne Image der erfolgreichen Lehrausbildung bei den ÖBB weiter stärken, so Hebenstreit.++++

Günter Hell wurde für das Lehrlingsprojekt "Verdrängte Jahre - Bahn und Nationalsozialismus in Österreich 1938 - 1945" mit dem Anton-Benya-Preis geehrt. 2012 feierte die Eisenbahn in Österreich ihr 175jähriges Jubiläum. Dabei haben sich die ÖBB auch mit den dunklen Zeiten des Systems Schiene beschäftigt. Neben österreichweiten Ausstellungen zum Thema Bahn und Nationalsozialismus waren auch ÖBB-Lehrlinge im Rahmen der historischen Auseinandersetzung aktiv. Diese haben in Archiven geschmökert, die Bahngeschichte studiert und mit Zeitzeugen Interviewgespräche geführt. Diese Spurensuche hat auch das bewirkt, wofür die Bahn seit jeher steht: Menschen miteinander in Verbindung zu bringen.

Manfred Hell und seinen KollegInnen ist es mit seinem Projekt im Rahmen seiner Leitung der überbetrieblichen Lehrausbildung in den ÖBB-Lehrwerkstätten gelungen, dass seit 2004 alle Lehrlinge, die zur Abschlussprüfung angetreten sind, diese auch positiv absolviert haben. Außerdem war es Hell wichtig, die Jugendlichen neben der beruflichen Ausbildung auch im privaten Umfeld zu begleiten und zu unterstützen. Insbesondere auf die individuellen Schwächen der Jugendlichen wurde im Projekt u. a. mit Förderkursen und Zusatzausbildungen Rücksicht genommen.

ÖBB-Ausbilder Jürgen Haberl war bis 2006 auch an der Berufsschule tätig und trainierte Lehrlinge für die Ausscheidungen für die Berufsweltmeisterschaften. Der größte Erfolg war ein 2. Platz (Vizestaatsmeister). 2011 übernahm er die Ausbildung im neu geschaffenen Lehrberuf Gleisbautechnik. Er arbeitet in seiner Funktion als Leiter der technischen Erwachsenenbildung mit dem AMS und vielen KMU zusammen - sowohl wenn es um Ausbildungsverbünde geht, als auch um die Erstellung von Vorbereitungskursen auf die Lehrabschlussprüfung, mit Schwerpunkt auf diejenigen Jugendlichen, welche die Prüfung zum zweiten oder dritten Mal wiederholen müssen. Für ihn stehen die Unterstützung der Jugendlichen und die Begleitung auf ihrem Ausbildungsweg im Vordergrund - ebenso wichtig ist Haberl aber auch die Weiterentwicklung der Lehrlingsausbildung in technologischer und pädagogischer Hinsicht.

"Der ÖBB-Konzern hat mit der Wirtschaftskammer und auf Initiative der Gewerkschaft vida sowie des Konzernbetriebsrats schon vor Jahren gehandelt und zahlreiche neue, zukunftsorientierte Eisenbahnlehrberufe wie den stark nachgefragten Lehrberuf Gleisbautechnik geschaffen", so Hebenstreit. Seit 2010 werden neue Lehren in eisenbahnspezifischen Berufen angeboten: Betriebstechnik, Transporttechnik, Fahrzeugtechnik, Elektrotechnik, Sicherungstechnik, Fahrzeuginstandhaltungstechnik und Telekommunikationstechnik. Erstmals werden seit 2012 auch 101 Lehrlinge als Gleisbautechniker ausgebildet.

Dass die neuen Lehrberufe ein voller Erfolg seien, Qualität an oberster Stelle stünde und sich diese bei Jugendlichen größter Akzeptanz erfreuten, sei nicht zuletzt eine große Leistung der ÖBB-AusbilderInnen, welche das Interesse der Jugendlichen und ihre Motivation fördern: "Heuer haben sich 146 Jugendliche der Lehrabschlussprüfung in den neuen ÖBB-Lehrberufen gestellt. 95 Prozent haben die Lehrabschlussprüfung auf Anhieb geschafft, 70 Prozent davon sogar mit gutem bzw. ausgezeichnetem Erfolg", freut sich der ÖBB-Konzernbetriebsratsvorsitzende.

Die große Bedeutung der Facharbeit, insbesondere der manuellen Arbeit, bewusst zu machen, ist das Ziel der Anton-Benya-Preise, die am 20. Oktober 2014 zum 21. Mal vom Anton-Benya-Stiftungsfonds in Wien verliehen wurden. Die Gesamtdotierung der heurigen Benya-Preise beträgt 22.300 Euro. Insgesamt wurden 21 Preise vergeben.

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