Musiol zu Karmasin: Kindergeldreform zugunsten beider Eltern

Grüne Vorschläge für mehr Väterbeteiligung liegen vor

Wien (OTS) - Insgesamt begrüßt die Grüne Familiensprecherin Daniela Musiol die "teilweise fortschrittlichen Aussagen von Ministerin Karmasin in der ORF-Pressestunde. Wenn sie die auch umzusetzen gedenkt, bekommt sie sicher unsere Unterstützung." Günstig wäre es, wenn die Familienministerin auch in ihren eigenen Reihen für ihre Ideen wirbt. So sei beispielsweise ein Grüner Antrag auf ein Bundesrahmengesetz, das einheitliche Qualitätsstandards für Kinderbetreuungseinrichtungen in ganz Österreich festschreiben würde, bislang von den Regierungsparteien vertagt worden.

Auch bei der 15a-Vereinbarung zum Ausbau der Kinderbetreuung hatte die Ministerin sich mit unverbindlichen Qualitätsstandards zufrieden gegeben. Musiol: "Damit hat auch Karmasin die Kapitulationserklärung vor der Macht der Landeshauptleute unterschrieben. Es ist nach wie vor nicht einzusehen, warum Kinder von Burgenland bis Vorarlberg unterschiedliche Qualität in ihren ersten Kinderbildungseinrichtungen vorfinden."

Mit großer Spannung erwartet die Grüne konkrete Vorschläge zum angekündigten Kindergeldkonto. "Unsere Vorschläge liegen sehr klar auf dem Tisch. Wir brauchen eine Reform, die es ermöglicht, dass beide Elternteile aus Anlass der Geburt eines Kindes ihre elterliche Verantwortung leben können. Das beginnt mit einem Papamonat für alle Väter und einem Kindergeld, das die Beteiligung beider Eltern vorsieht. Danach braucht es ausreichende Versorgung mit Betreuungsplätzen." Ein Rechtsanspruch sei mittelfristig sehr wohl möglich, betont Musiol: "Man muss nur jetzt beginnen, in einem Stufenplan darauf hinzuarbeiten. Zu sagen, das wäre nicht möglich, und weiter wertvolle Zeit verstreichen zu lassen, ist nicht zu verantworten."

Parallel dazu brauche es aber auch eine arbeitszeitliche Entlastung von Familien. Hier schlagen die Grünen ein Familienteilzeitmodell vor. "Beide Elternteile sollen nach dem Kindergeldbezug für einen gewissen Zeitraum ihre Arbeitszeit - durchaus gleichzeitig -reduzieren können, um mehr Zeit für die Familie da sein zu können. Etwaige Einkommensverluste sollten dabei teilweise durch Familienförderung abgefedert werden", fordert Musiol.

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