IS-Terror: Syrischer Patriarch für Friedenskonferenz im Vatikan

Melkitischer Patriarch Gregoire III. Laham in "Kathpress"-Gespräch: "Werde bei Konsistorium Idee einer Friedenskonferenz präsentieren"

Wien-Vatikanstadt, 18.10.14 (KAP) Für eine umfassende Friedenslösung im Nahen Osten hat der melkitische Patriarch von Antiochien, Gregoire III. Laham, plädiert. Es genüge nicht, Waffen zu schicken oder IS-Stellungen zu bombardieren, vielmehr müssten alle politischen Schritte im Nahen Osten von einer "Vision einer friedlichen Koexistenz" von Christen und Muslimen geleitet werden, so Laham am Samstag bei einem Pressegespräch in Wien gegenüber "Kathpress". Um eine solche umfassende Lösung zu erreichen, schlug Laham eine weltweite Friedenskonferenz im Vatikan unter Schirmherrschaft von Papst Franziskus vor. Er werde diesen Vorschlag dem Papst und den Kardinälen unterbreiten, die ab Montag im Vatikan über die Situation im Irak und Syrien beraten werden, so Laham.

Laham unterstrich zugleich, dass der gegenwärtige IS-Terror in Syrien und im Irak das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen nicht gefährde: "Im Gegenteil - der IS, das sind Banditen, diese Bewegung hat hier im Nahen Osten keine Zukunft, da die Menschen den IS hier nicht unterstützen". Der Konflikt verlaufe daher nicht zwischen Christen und Muslimen, so der Patriarch, sondern er betreffe die einzelnen Strömungen im Islam selbst.

In einem Schreiben an die Teilnehmer des Nahost-Konsistoriums, das "Kathpress" vorliegt, unterstreicht Laham die bedrohliche Situation für Christen in Syrien. "Es gibt in Syrien keinen sicheren Ort mehr". Dies betreffe nicht alleine Christen, sondern "alle Bürger". Die Zukunft der Christen sei ungewiss - "nicht wegen der Muslime, sondern durch die gegenwärtige Krise, durch das Chaos und die Infiltration des Landes durch unkontrollierbare und fanatische islamistische Gruppen", heißt es in dem Schreiben. Inzwischen hätten allein in Syrien über 1.000 Christen den Tod gefunden.

Um den Christen ein Überleben in Syrien zu sichern, brauche es konkrete Hilfe aus dem Ausland: Pro Monat seien etwa finanzielle Hilfen in Höhe von 40.000 bis 50.000 Dollar pro Monat nötig, um für die Christen die nötigste Versorgung mit Nahrungsmitteln und Medikamenten zu sichern, so Laham. Es brauche aber auch Hilfen zum Wiederaufbau zerstörter Kirchen, Schulen und Häuser. "Wir appellieren daher an die Bischofskonferenzen in aller Welt, der Kirche von Syrien zu helfen und zu Dienern des Friedens und der Versöhnung zu werden", so der Appell des Patriarchen.

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