Bischofssynode hebt Wert des christlichen Familienideals hervor

Dreiseitige Schlussbotschaft würdigt eheliche Liebe, besonders angesichts ihrer aktuellen Bedrohungen und Nöte

Vatikanstadt, 18.10.14 (KAP) Katholische Bischöfe aus allen Erdteilen haben zum Abschluss einer zweiwöchigen Sonderversammlung im Vatikan ihre Unterstützung für die christlichen Familien zum Ausdruck gebracht. In einer von rund 190 Oberhirten aus mehr als 120 Ländern mit breiter Mehrheit beschlossenen "Botschaft" wird die Bedrohung der Familie durch einige Tendenzen der modernen Gesellschaft beklagt. Dazu gehören nach Meinung der Bischöfe "die Schwächung des Glaubens und der Werte, der Individualismus, die Verarmung der Beziehungen und ein frenetischer Stress, der das Nachdenken ausschließt".

In dem drei Seiten langen Text bringen die Bischöfe ihre besondere Solidarität mit Familien in materiellen und anderen existenziellen Notlagen zum Ausdruck. Zugleich sprechen sie voller Bewunderung von den Ehepaaren und Familien, die allen Bedrohungen und Problemen zum Trotz ihre Berufung als christliche Familien leben.

An zwei Stellen geht der Text auf die Ursachen und Konsequenzen von ehelicher Untreue und Scheidungen ein. An eine Stelle heißt es:
"Nicht wenige Ehekrisen werden oft überhastet und ohne den Mut zur Geduld, zum gegenseitigen Verzeihen, zur Versöhnung und auch zum Opfer angegangen. Scheitern führt auf diese Weise zu neuen Beziehungen, neuen Paarbildungen, neuen Vereinigungen und neuen Eheschließungen. Dies bringt Familiensituationen hervor, die komplex sind und Christen vor problematische Entscheidungen stellen."

An anderer Stelle erwähnen die Bischöfe, dass sie bei ihrer Synodenversammlung auch über die "seelsorgerische Begleitung und die Sakramentenzulassung der wiederverheiratet Geschiedenen" nachgedacht haben. Ausgangspunkt für diese Reflexion sei der Gedanke gewesen, dass Christus in der Feier der heiligen Messe "sich uns allen hingibt, die wir unterwegs sind zu unserem endgültigen Ziel". Das Ergebnis der Überlegungen ist nicht Thema der Botschaft.

Nicht ausdrücklich erwähnt werden in dem Papier Menschen, die in homosexuellen Beziehungen leben. An einer Stelle heißt es lediglich:
"Christus hat gewollt, dass die Kirche ein Haus mit einer stets offenen, einladenden Tür ist, ohne irgendjemanden auszuschließen".

Nach der Verabschiedung der Botschaft befassten sich die Bischöfe am Samstag mit der Debatte und Abstimmung über einen ausführlichen "Synodenbericht" (relatio synodi), dessen Veröffentlichung in mehreren Sprachen für Anfang der kommenden Woche in Aussicht gestellt wurde. In diesem Bericht werden die Bischöfe voraussichtlich auch ihre Haltung zu wiederverheiratet Geschiedenen und zu homosexuellen Paaren zum Ausdruck bringen.

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