Weidenholzer zum internationalen Tag gegen Armut: "Die Armut lebt unter uns"

Jede/r sechste ÖsterreicherIn armutsgefährdet, jede/r 20. in permanenter Armut

Wien (OTS/SK) - Seit fast dreißig Jahren ist der 17. Oktober der internationale Tag für die Beseitigung von Armut. Armut ist selbst in Österreich, einem der reichsten Länder der Welt, weit verbreitet und hat die breite Mittelschicht längst erreicht. In Österreich sind 1,5 Millionen Menschen arm oder armutsgefährdet. Somit ist jeder sechste Österreicher in einer wirtschaftlich und sozial prekären Situation. "Das sind beschämende Zahlen", so der SPÖ-EU-Abgeordnete Josef Weidenholzer anlässlich des morgigen internationalen Tag gegen Armut. ****

Als armutsgefährdet gelten Personen, die als Einzelperson über weniger als 1.068 Euro pro Monat verfügen, weniger als acht Stunden pro Woche arbeiten oder die sich bestimmte gesellschaftliche Standards (PKW, TV, Handy,...) nicht leisten können. "Es ist auch alarmierend, dass in Österreich nicht nur die Zahl der armutsgefährdeten Menschen zunimmt, sondern immer mehr Menschen in die permanente Armut abrutschen. Dies betrifft bereits jeden 20. Österreicher und Österreicherin", erläutert Weidenholzer.

Gleichzeitig sind es vor allem Frauen und Kinder, die von Armut besonders häufig betroffen sind. "Es sind so viele erwachsene Frauen armutsgefährdet, wie die Stadt Salzburg Einwohner hat. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die mit erheblichen materiellen Einschränkungen leben, ist höher als die Einwohnerzahl von Klagenfurt. "Die Zahlen sind erschreckend. Die Politik muss ein besonderes Interesse daran haben, Kinderarmut zu bekämpfen. Immerhin wird in dieser äußerst sensiblen Lebensphase die Grundlage für das Vertrauen in unsere Gesellschaft gelegt", so Weidenholzer.

Weidenholzer sieht in der Einführung von Vermögenssteuern ein Mittel, um diese Ungerechtigkeit auszugleichen. In Österreich leben derzeit 24 Milliardäre und rund 78.000 Millionäre, die von Vermögenssteuern betroffen wären. Sie könnten einen Beitrag zur Aufrechterhaltung unseres Sozialsystems leisten. Immerhin ist es dem österreichischen Sozialsystem zu verdanken, dass Armut zumindest ein wenig eingedämmt werden kann. Ohne staatliche Zuschüsse wäre beinahe die Hälfte der Bevölkerung in der Armutsfalle gefangen. "Parallel dazu ist es vernünftig, die Steuern auf Arbeit zu senken und die arbeitende Bevölkerung wieder am finanziellen Profit von Unternehmen teilhaben zu lassen. Da es in unserem System durchaus möglich ist, keine Fehler zu machen und dennoch zu verlieren, müssen alle ein Interesse daran haben, den Kampf gegen die Armut aufzunehmen", so der Abgeordnete abschließend. (Schluss) eg/mp

Rückfragehinweis: Mag. Markus Wolschlager, Pressesprecher der SPÖ-Europaabgeordneten, Tel.: +32 (484) 127 331, E-Mail:
markus.wolschlager@europarl.europa.eu

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0009