ÖH ad Plagiate: Prävention statt Sanktion

Bachelor- und Seminararbeiten müssen ausgenommen sein

Wien (OTS) - Für die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) gehen die Forderungen der Universitätskonferenz nach Sanktionen bei Plagiaten eindeutig zu weit. "Es darf nicht sein, dass Studierenden bereits am Beginn ihres Studiums mit Sanktionen gedroht wird und sie bei einem Verstoß sofort der Universität verwiesen werden können. Vielmehr braucht es hier präventive Maßnahmen. Studierende müssen von Anfang an lernen, wie wissenschaftliches Arbeiten funktioniert und was ein Plagiat überhaupt ist und wie sie ein solches erkennen und vermeiden können. Zudem definieren sich Plagiate von Fachgebiet zu Fachgebiet unterschiedlich und es ist Aufgabe, dass dies in der Betreuung hinlänglich erklärt wird", so Bernhard Lahner vom Vorsitzteam der ÖH. Die Studierenden-Ombudsstelle hat seit 2008 lediglich 14 Fälle erfasst, wobei es sich nur bei 8 um Plagiate handelte. "Es handelt sich bei den Forderungen also um viel Lärm um nichts", so Lahner weiters. "Außerdem hätte ein Ausschluss fatale Folgen für Studierende. Diese würden Gefahr laufen ihre Beihilfen und ihren Versicherungsschutz sofort zu verlieren. Die Universität hat hier große Verantwortung gegenüber der Studierenden und muss auf Prävention statt Sanktion setzen. Eine gute Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten für alle Studierenden am Anfang des Studiums wäre hier für uns eine denkbare Lösung", fordert Lahner.

Die aktuell vorgeschlagene Implementierung in der Universitätsgesetznovelle sieht Sanktionen erst bei Master- und Dissertationsarbeiten vor. "Für uns sind Sanktionen hier als letzte Konsequenz mehr als ausreichend. Die Forderungen der Uniko die Sanktionsmöglichkeiten noch auszudehnen gehen zu weit. Sanktionen dürfen erst bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit zur Diskussion stehen. Wir fordern Aufklärung und eine gute wissenschaftliche Bildung als Präventionen. Hier gilt es für die Universitäten konkret zu handeln anstatt nach Drohmöglichkeiten zu rufen, zumal Studierende ohnehin bereits jetzt mit weitreichenden Konsequenzen, wie Vertrauensverlust, Verlust der Betreuung und somit auch eines Abschlusses zu rechnen haben", so Lahner abschließend.

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