Gewerkschaften stellen Machtspiele über Beschäftigungssicherung

FMMI warnt davor, den Standort mutwillig aufs Spiel zu setzen

Wien (OTS) - Der Fachverband der Maschinen- und Metallwaren Industrie sieht sich außerstande, die Missstände in der österreichischen Wirtschaftspolitik wettzumachen. Die österreichische Inflationsrate als Maßzahl für die diesjährigen Lohn- und Gehaltserhöhungen heranzuziehen, wäre angesichts der Rahmenbedingungen unverantwortlich. Die Branche steht massiv unter Druck und hat Schwierigkeiten, die Arbeitsplätze zu sichern. Alleine im letzten Jahr sind über 1000 Arbeitsplätze in der MMI verloren gegangen, auch heuer führt der starke internationale Wettbewerb zu massiven Auftragsrückgängen und -3 % bei der Produktion.

"Ich ersuche die Gewerkschaftsvertreter endlich anzuerkennen, dass wir Maschinenbauer zu über 80% ins Ausland liefern und nicht mit österreichischen Betrieben im Wettbewerb stehen, sondern mit ausländischen. Die Teuerung bei unseren Mitbewerbern ist aber weit geringer. Die durchschnittliche Inflation in der EU beträgt 0,5 %. Österreich bewegt sich im Vergleich dazu in lichten Höhen, unsere hausgemachte Inflation kann also nicht die Maßzahl für die Verhandlungen sein und das haben wir den Gewerkschaften gesagt", so Christian Knill, Obmann des FMMI. Wenn etwa die Mitbewerber, also die MMI in Ländern wie Deutschland, Polen oder Italien, deutlich niedrigere Tarifabschlüsse haben als die MMI in Österreich, ist jedes Zehntelprozent mehr ein Verlust an Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätzen. Die Gewerkschaften stellen sich auf diesem Auge absichtlich blind.

"Wir haben über Jahre weit über der Inflation abgeschlossen, heuer ist es nun aber so, dass es vielen Betrieben nicht gut geht und die Prognosen für die nächsten Monate noch schlechter sind. Ein KV-Abschluss wirkt aber in die Zukunft, deshalb müssen wir heuer besonders aufpassen", so Knill weiter, der die Verantwortung für die Inflation und auch für die geforderte Reallohnerhöhung bei der Politik sieht: "Österreich hatte massive Gebührenerhöhungen, das Wohnen ist bei uns wesentlich teurer geworden, die Telekommunikation schlägt zu Buche, weil die Kosten für die vom Staat versteigerten Funklizenzen auf die Konsumenten überwälzt werden. Das heißt, wir zahlen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern jedes Jahr mehr, aber das Geld zieht ihnen der Staat über Lohnabzüge und die hohen Lebenserhaltungskosten wieder aus der Tasche."

Gerade von den Chefverhandlern der Gewerkschaften erwartet der FMMI ein Grundverständnis und Lösungsansätze für diese Situation. Auch die Forderung nach Erhöhung der Mindestlöhne ist aus Sicht des FMMI-Obmanns kurzsichtig und kontraproduktiv: "Grundsätzlich haben wir in unserer Branche vergleichsweise sehr hohe Löhne und Gehälter. Wir müssen vermeiden, dass durch eine unverhältnismäßig starke Anhebung der Einstiegsbezüge Arbeitsplätze in Österreich verloren gehen. Unsere Mitbewerber produzieren zum größten Teil günstiger als wir, wir wollen die einfachen Bereiche der Produktion aber nicht auslagern müssen - vor allem in Zeiten mit österreichischer Rekordarbeitslosigkeit."

FMMI fordert endlich konstruktive Verhandlungen

"Wir können nicht zulassen, dass die Arbeitsplätze in der Maschinen- und Metallwaren Industrie mutwillig gefährdet werden. Die Betriebsrätekonferenzen und -versammlungen sind ein Zeichen dafür, dass die Gewerkschaften noch immer nicht einsehen, wie hoch der Druck auf die Betriebe ist und dass es jetzt darum geht, sie zu schützen. Die vierte Verhandlungsrunde am 28. Oktober wird ein Belastungstest für die Sozialpartnerschaft, wir wollen uns den Standort jedenfalls nicht kaputt machen lassen", so Christian Knill.

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Der Fachverband der MASCHINEN & METALLWAREN Industrie ist die gesamtösterreichische Vertretung aller Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau und Metallwaren, die im Jahr 2013 gemeinsam einen Produktionswert von 34,5 Milliarden Euro erwirtschafteten. Die mittelständisch strukturierte Branche stellt mit rund 1.200 Unternehmen und knapp unter 120.000 Beschäftigten das Rückgrat der industriellen Beschäftigung in Österreich dar. Oberstes Ziel des Fachverbandes ist die Mitwirkung an der Gestaltung von maßgeblichen rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, um den erfolgreichen Fortbestand der Unternehmen der Maschinen- und Metallwarenbranche im internationalen Wettbewerb und Arbeitsplätze zu sichern.

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