Grüne Wien/Hebein: Kinderarmut in den Blick nehmen und nachhaltig bekämpfen

17. Oktober: Internationaler Tag für die Beseitigung der Armut

Wien (OTS) - "Wenn wir Kindern und Jugendlichen Chancengleichheit und Perspektiven ermöglichen wollen, müssen wir die steigende Armut ernst nehmen. In Armut aufzuwachsen bedeutet, Ausgrenzung zu erleben und eine erhebliche Beschneidung von Lebenschancen zu erfahren," betonen David Ellensohn, Klubobmann der Grünen Wien, und Birgit Hebein, Grüne Sozialsprecherin, anlässlich des morgigen internationalen Tages für die Beseitigung der Armut.

In Wien lebt jedes vierte Kind in Armut oder ist armutsgefährdet. Mit der Kindermindestsicherung wird in Wien jedes Kind mit 800 Euro mehr pro Jahr unterstützt. Inzwischen betrifft das 60.000 Kinder in Wien. Gleichzeitig beziehen mittlerweile 19.000 Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren eine Ergänzungs- bzw. Vollbezugsleistung aus der Mindestsicherung. Viele von ihnen haben keine Ausbildung.

"Die Armutsgefährdung sinkt mit höherem Bildungsabschluss und steigt, je niedriger der ökonomische Status und Bildungshintergrund des Elternhauses ist. Daher ist das Versagen der Bundesregierung hier besonders schmerzhaft. Selbst die Bundes-SPÖ meidet inzwischen die gemeinsame Schule und lässt frühe Segregation zu", so Ellensohn.

Der Zusammenhang zwischen Bildung, Erwerbsleben und Armutsgefährdung ist deutlich. Der sozioökonomische Background der Eltern beeinflusst die Bildungskarrieren von Kindern massiv. So besuchen beispielsweise 71 % der Kinder aus armutsgefährdeten Haushalten die Hauptschule, nur 29 % hingegen ein Gymnasium. Auch die Quote frühzeitiger Ausbildungsabbrüche von Kindern, deren Eltern einen Pflichtschul-abschluss haben, ist mit 25 % sieben Mal höher als jene von Kindern, deren Eltern maturiert haben.

"Der Erwerb von Bildung stellt einen der effektivsten Präventionsmechanismen gegen Armut und gesellschaftliche Ausgrenzung dar. Daher muss die Bekämpfung von Kinderarmut immer auch in einen bildungspolitischen Kontext eingebettet sein, um die Spirale sozialer Festschreibungen zu durchbrechen", so Hebein.

Wien bemüht sich, Kinderarmut ernstzunehmen. Die höchste Kindermindestsicherung Österreichs wird auch 2015 fortgeführt. Maßnahmen wie der Gratiskindergarten, der Ausbau der Kinderbetreuung, das 365-Euro-Öffiticket, das Jugendticket oder die Energieunterstützung bringen gezielt Entlastungen.

"Wir verstehen den umfassenden Zugang zu sozialer Unterstützung -inklusive ganzheitlicher Gesundheitsversorgung - als Recht auf Hilfe in Notlagen und nicht als Ausdruck individuellen Versagens. Es muss immer darum gehen, Armut zu bekämpfen und nicht wegzusehen. Nehmen wir die Bekämpfung von Kinderarmut mehr in den Blick," so Hebein und Ellensohn abschließend.

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