Conchita Wurst in "Was ich glaube": Wie ist das mit der Tapferkeit?

Am 19. Oktober um 16.55 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Im Rahmen der Serie "Die Wiederkehr der Tugend" machen sich Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kunst und Philosophie in der in HD produzierten ORF-Reihe "Was ich glaube" - jeweils Sonntag um 16.55 Uhr in ORF 2 - Gedanken über die Aktualität der alten Tugenden:
Am Sonntag, dem 19. Oktober 2014, widmet sich Conchita Wurst der Tapferkeit.

"Ich werde oft in Verbindung mit Tapferkeit und Mut gebracht. Das irritiert mich sehr! ... Ich bin nicht mutig, weil ich das tue, was ich tun will und tun muss um glücklich zu werden!", so Conchita Wurst.
"Tapfer ist für mich ein Mensch, der sein eigenes Leben riskiert, um ein anderes zu retten", sagt die Gewinnerin des Song Contest 2014, die in diesem Jahr auch den Titelsong auf der "Licht ins Dunkel"-Benefiz-CD singt. Und weiter: "Von außen betrachtet könnte man sagen, dass ich mutig war. Aber ich hatte ja nichts zu verlieren." Die Sängerin, die in Interviews wiederholt erklärte, dass die Darstellung der Conchita Wurst nichts mit Transsexualität zu tun habe, plädiert für mehr Respekt in der Gesellschaft: "Ich habe für mich gemerkt, dass mir Toleranz eigentlich zu wenig ist. Weil Toleranz eigentlich 'Dulden' bedeutet. Und ich will nicht geduldet werden. Ich will respektiert werden für das, was ich bin. Und ich finde diese Akzeptanz und diesen Respekt hat jeder Mensch verdient."

Tapferkeit zählt seit Platon neben Klugheit, Gerechtigkeit und Mäßigung zu den vier Kardinaltugenden. Anders als die drei christlichen oder theologischen Tugenden (Hoffnung, Liebe, Glaube), die - so heißt es im Christentum - als von Gott verliehen gelten, könnten und müssten die vier Kardinaltugenden erworben werden. Die große abendländische Tradition sieht in der Tugend jene Fähigkeit und Tauglichkeit des Menschen, die ein umfassendes Glücken des persönlichen und sozialen Lebens ermöglicht.

Bisweilen klingt der Begriff der "Tugend" ein wenig verstaubt. Aber hat er in einer Gesellschaft, die vor der Herausforderung, das individuell Gute mit dem sozial Gerechten in Einklang zu bringen, seine Aktualität verloren? Die Sendereihe "Was ich glaube" lässt interessierte Zeitgenossen beiderlei Geschlechts zu Wort kommen und schickt sie - mit Blick auf die aktuellen gesellschaftlichen, sozialen und ökologischen Herausforderungen - auf die Suche und Interpretation nach den vier klassischen Grundtugenden - Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Mäßigung - und den drei sogenannten göttlichen Tugenden - Glaube, Liebe, Hoffnung.

An den folgenden Sonntagen kommen - mit Ausnahme von Samstag, dem 1. November - jeweils um 16.55 Uhr in ORF 2 folgende Persönlichkeiten zu Wort:

Samstag, 1. November: Robert Pfaller (Philosoph), "Wie ist das mit der Mäßigung?"
Sonntag, 9. November.: Robert Kleindienst (Schriftsteller), "Wie ist das mit der Gerechtigkeit?"
Sonntag, 16. November: Manfred Spitzer (Hirnforscher), "Wie ist das mit der Klugheit?"

Die Sendungen sind nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und werden auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

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